mobile.schule MAGAZIN 02/26

49 Wie sind wir organisiert? Die Schülerinnen und Schüler, also unsere Mitarbeitenden, managen einen Großteil der Arbeit eigenständig. Zum Beispiel gibt es eine vierköpfige Geschäftsführung, die Projekte koordiniert, Kundenakquise betreibt und die Buchhaltung macht. Wöchentliche Sitzungen donnerstags ab 15:30 Uhr bringen alle Mitarbeitenden zusammen und die Arbeitsstände der Projekte werden vorgestellt. Die Aufträge werden unter anderem mit Tools wie Adobe, InDesign, Canva oder Premiere Pro bearbeitet. Wir Lehrkräfte rahmen das alles, das heißt wir unterstützen bei der Arbeitsorganisation, bei Konflikten und soweit möglich bei der Technik, auch wenn uns die Kids da meistens weit voraus sind. Wie viel Zeit Schülerinnen und Schüler in unsere Firma investieren, ist individuell stark unterschiedlich. Manche bringen sich wöchentlich im Rahmen der Projektkurse (2 Wochenstunden) ein, andere verbringen bis zu 15 Arbeitsstunden pro Woche mit Themen der Firma. Hilfreich ist für uns Lehrkräfte das PeerOnboarding, wo so mancher mehr lernt als von einer Lehrkraft. Je nach Auftragslage und Auftragsart sind wir Lehrkräfte unterschiedlich stark gefordert. Der Schulbus als Highlight 2024 besuchte der Medienpädagoge des Kreises Steinfurt, Johannes Bienhüls, die Schülerfirma und erzählte von seinem früheren Arbeitsalltag auf einem Übertragungs-LKW bei Fußballspielen. Die Schülerinnen und Schüler stellten viele Fragen. Er hatte eigentlich ein anderes Medienthema vorbereitet, aber seine berufliche Vergangenheit war spannender! Es entstand die Idee, ein eigenes Fahrzeug anzuschaffen und martinum.media mobil zu machen: mit dem Martinum. Media.Mobil. Wir fanden unseren Bus auf Ebay-Kleinanzeigen. Mit Unterstützung durch den Förderverein des Martinums konnten wir ihn kaufen. Er wurde 1989 gebaut und war bis 2021 im US-Bundesstaat Georgia als Schulbus im Einsatz. Seit gut einem Jahr transformieren wir ihn in ein rollendes Studio mit Equipment für Videos, Podcasts und Maker-Aktivitäten. Er macht Lernen ortsunabhängig, fördert Kreativität durch den Besuch verschiedener Lernorte und verbindet Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen in der Region. Was treibt uns an? Wir beobachten, wie Schülerinnen und Schüler zu Profis heranwachsen, angetrieben durch positives Feedback, echte Entlohnung und den Fokus auf Fähigkeiten für das Leben im 21. Jahrhundert. Konkret heißt das: Die Kommunikation mit realen Kundinnen und Kunden, die Kreativität bei der Umsetzung der Projekte, die Kollaboration in jahrgangsstufenübergreifenden Teams und der kritische Blick auf das Endprodukt. Wir selbst leben in dem Projekt unsere Leidenschaft für Medien aus und ziehen unter anderem daraus unsere Motivation. Natürlich sind wir auch stolz, wie weit wir damit gekommen sind: Wir haben Ton-Studios, auch für den Unterricht, arbeiten in Netzwerken mit Partnern und Partnerinnen wie Adobe und der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) zusammen und PRAXISBERICHT I

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