Kaufleute 2023 - EFZ 3. LJ SB

42 HKB D – Gestalten von Kunden- oder Lieferantenbeziehungen 1.1.1 Grundregeln zum Small Talk Beim Small Talk hängt vieles von den konkreten Gegebenheiten ab. Im Grundsatz sollte jeweils Folgendes beachtet werden: 1. Vorbereitung Recherchieren Sie positiv besetze Themen, die aktuell sind. Z. B. können aktuelle Wirtschaftsnachrichten, neuste Entwicklungen, technische Innovationen, neu entdeckte Reisedestinationen sehr interessant ins lockere Gespräch mit eingeflochten werden. Wenn bekannt ist, wer zum Termin anwesend ist, welche Konferenzteilnehmenden sich angemeldet haben (Liste wurde evtl. zugestellt), welche Referenten und Referentinnen präsentieren werden, wer zum Meeting kommen wird usw., dann können Informationen zu diesen Personen und/oder den Unternehmen, bei denen die Personen beschäftigt sind, herausgesucht werden. Überlegt werden kann, was diese Personen für einen Hintergrund haben, welche Ausbildung sie absolviert haben, wie sie aktuell tätig sind und was sie wohl interessieren wird. Empfehlenswert ist auch, sich Wesentliches gut einzuprägen, damit man eine eventuell aufkommende (peinliche) Stille vermeidet und ein passendes Thema mit den dazugehörigen Fragen parat hat. 2. Positive Grundstimmung bei sich selbst Eine eigene positive Grundeinstellung zum Small Talk-Gespräch ist sehr relevant. Wer das Gespräch gar nicht führen möchte, wer mit seinen Gedanken ganz woanders ist oder wer sich unwohl fühlt, sollte kein Small Talk-Gespräch beginnen, es sei denn, er trägt die Hoffnung in sich, in Kürze einen Stimmungswechsel zu erleben. Denn wer griesgrämig schaut, wer abwehrende Körperhaltungen einnimmt (z. B. verschränkte Arme, herabhängende Schultern usw.), wer ständig auf seinem Handy herumtippt, wer seinen Blick gesenkt hält, wird kaum als angenehmer Gesprächspartner bzw. angenehme Gesprächspartnerin wahrgenommen. Ein Lächeln, eine Zugewandtheit, ein Entgegenkommen, eine aufrechte, offene Körperhaltung, ein freundliches Nicken brechen das Eis. Das Lächeln zeigt, dass man entspannt und froh aufgestellt ist. Die Zugewandtheit und das Entgegenkommen signalisiert dem Gegenüber seine Wichtigkeit und die eigene momentane Priorität. Eine offene Körperhaltung mit geradem Rücken und aufrechtem Stand dient der Kommunikation und ist zugleich eine gute Prophylaxe gegen Schulter- und Rückenschmerzen. Das Nicken symbolisiert in unseren Kulturkreisen Zustimmung. Der Blickkontakt sagt viel über den Menschen aus, denn die Augen lügen nicht. Wer den Blickkontakt nicht hält, wirkt desinteressiert und unhöflich. Ausserdem sollte man sich langsam bewegen, denn Hektik wirkt angespannt und nervös. Wer sich auf langsame Bewegungen konzentriert, wird auch innerlich gleich ruhiger. Man sollte sich vor Augen führen, dass man sich in einer Menge von Menschen befindet, die sich wahrscheinlich fast alle untereinander nicht kennen (z. B. auf einer Konferenz), und dass man damit nicht die einzige Person ist, die gerne ein lockeres Gespräch führen und einen Kontakt zu einer anderen Person herstellen möchte. Den anderen wird es höchstwahrscheinlich auch genau gleich ergehen. Und wer als freundlich und offen wahrgenommen wird, mit dem möchten andere Menschen gerne ein lockeres Gespräch führen und diese Person kennenlernen, weil sie sich davon Vorteile erhoffen. 3. Wahrnehmung der Befindlichkeit des Gegenübers Man sollte jedoch nicht nur auf seine eigene Haltung beim Small Talk achten, sondern auch sein Gegenüber gut beobachten. Achten Sie auf Mimik und Gestik sowie auf Körperhaltungen. Diese sagen unbemerkt ziemlich viel über die Stimmungslage eines Menschen aus. Zum Beispiel eine offene Handhaltung wirkt unverkrampft und einladend. Wenn ein Thema nicht anspricht, eine Bemerkung unpassend erscheint, kann gute Beobachtungsgabe enorm hilfreich sein. Sofort kann spontan ein anderer Aspekt aufgegriffen, ein anderes Thema

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