4 Einfluss digitaler Werkzeuge auf Prüfungsformate | 51 Im Kunstunterricht nutzt eine Lehrperson Miro als digitale Portfolioplattform. Die Lernenden dokumentieren dort ihren kreativen Prozess von der Inspiration über Skizzen bis hin zum fertigen Kunstwerk. Sie fügen Reflexionen zu ihren Entscheidungen hinzu, verlinken Inspirationsquellen und erhalten Feedback von Mitschülerinnen und Mitschülern sowie der Lehrperson. Am Ende des Semesters präsentieren sie ihr Portfolio in einer virtuellen Galerie und reflektieren ihre künstlerische Entwicklung. Die Bewertung basiert auf vorher festgelegten Kriterien wie technischer Umsetzung, Kreativität, Reflexionsfähigkeit und Entwicklung über den gesamten Kurszeitraum. Schritt-für-Schritt-Anleitung: – Definieren Sie klare Anforderungen und Bewertungskriterien für das Portfolio. – Führen Sie die Lernenden schrittweise in die Portfolioarbeit ein. – Planen Sie regelmässige Checkpoints für Zwischenfeedback. – Integrieren Sie Selbst- und Peerbewertungen in den Prozess. – Lassen Sie Raum für individuelle Schwerpunktsetzungen. Videogestützte Prüfungsformate Videoprüfungen bieten eine Möglichkeit, mündliche Kompetenzen, Präsentationsfähigkeiten und praktische Fertigkeiten zu dokumentieren und zu bewerten. Sie reduzieren Prüfungsangst und ermöglichen eine flexiblere Zeitplanung. Werkzeuge: Loom, HeyGen, ScreenPal Nutzen: – Authentische Überprüfung kommunikativer Kompetenzen – Reduzierung von Prüfungsangst durch vertraute Umgebung – Zeitliche Flexibilität bei der Durchführung – Nachhaltige Dokumentation für spätere Reflexion In einem Spanischkurs nutzt eine Lehrperson Loom für mündliche Prüfungen. Statt klassischer Einzelprüfungen vor der Klasse erhalten die Lernenden verschiedene Kommunikationsaufgaben, die sie als Videoantwort aufnehmen: eine Selbstvorstellung, einen Dialog mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler und eine kurze Präsentation zu einem kulturellen Thema. Die Lehrperson bewertet die Videos anhand eines Rasters mit Kriterien wie Aussprache, Wortschatz, grammatikalische Korrektheit und kommunikative Kompetenz. Die Lernenden können ihre Videos in einer ruhigen Umgebung aufnehmen und bei Bedarf mehrere Versuche unternehmen, bevor sie die finale Version einreichen. Schritt-für-Schritt-Anleitung: – Formulieren Sie klare Aufgabenstellungen und technische Anforderungen. – Bieten Sie bereits vor der eigentlichen Prüfung Übungsmöglichkeiten mit dem Videoformat an. – Erstellen Sie ein transparentes Bewertungsraster. – Geben Sie detailliertes Feedback, das auch auf nonverbale Aspekte eingeht. – Berücksichtigen Sie technische Schwierigkeiten und bieten Sie Alternativen an.
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