Betriebliche Kennzahlen Die Möglichkeiten, Kennzahlen zu berechnen, sind praktisch unbegrenzt. Kennzahlen sind jedoch kein Selbstzweck; es sollen nur jene Kennzahlen berechnet werden, die für betriebliche Entscheidungen relevant sind. Beispiele für solche häufig verwendeten Kennzahlen sind die Produktivität und Rentabilität. Produktivität Bei der Kennzahl der Produktivität werden das mengenmäßige Ergebnis der Leistungserstellung (= Ausbringungsmenge, z. B. Semmeln/Tag,) und der Einsatz an Produktionsfaktoren (= Einsatzmenge, z. B. kg Mehl/Tag) in ein Verhältnis zueinander gestellt. Produktivität = Ausbringungsmenge Einsatzmenge Je nach betrachtetem Produktionsfaktor (z. B. Material, Personal, Betriebsmittel) werden verschiedene Produktivitätskennzahlen ermittelt, z. B. Materialproduktivität, Arbeitsproduktivität, Betriebsmittelproduktivität. L 1.3 Produktivität In einem Produktionsbetrieb werden u. a. Gehäuse aus Stahlblech in Serienfertigung hergestellt. Folgende Produktionsdaten liegen für die Jahre 20X0 und 20X1 vor. 20X0 20X1 erzeugte Menge 25 200 24 100 St./Jahr Materialeinsatz 204 202 m2 /Jahr Arbeitsstunden 2900 2720 h/Jahr a) Berechne die Arbeitsproduktivität in den beiden Jahren. Wie hoch ist die prozentuelle Veränderung? b) Berechne die Materialproduktivität in den beiden Jahren. Wie hoch ist die prozentuelle Veränderung? Lösung: zu a) Arbeitsproduktivität [St. h ] = erzeugte Menge [ St. Jahr] Arbeitsstunden [ h Jahr ] 20X0 20X1 Arbeitsstunden 2900 2720 h/Jahr erzeugte Menge 25 200 24 100 St./Jahr Arbeitsproduktivität 8,69 8,86 St./h Δ Produktivität [%] = Produktivität20X1 – Produktivität20X0 Produktivität20X0 × 100 = = 8,86 – 8,69 8,69 × 100 = 1,96 % Die Arbeitsproduktivität ist um ca. 2 % besser geworden. 3 Sind Roboter produktiver? Die voestalpine fertigt in ihrem Werk in Linz Auto- mobilkomponenten. Diese Laserschweißanlage läuft vollautomatisiert. 28 Betriebstechnik I/II MUSTER
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