197 10 Analysieren Aufgabenstellung: Lesen Sie die Glosse „Google googeln“ aus der Zeitung „Die Welt“ vom 14. Dezember 2010 und verfassen Sie eine Textanalyse. Beachten Sie dabei Folgendes: • Geben Sie den Inhalt der Glosse knapp wieder. • Analysieren Sie die sprachliche Gestaltung unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes und der Wirkung von Ironie. • Erschließen Sie mögliche Intentionen des Autors. Schreiben Sie zwischen 540 und 660 Wörter. Markieren Sie Absätze mittels Leerzeilen. Motiv / Wiederholungsfigur Anglizismus Wechsel der Sprachebene und Hyperbel Alliteration Parenthese rhetorische Frage Ellipse Anapher Auch Konjunktive und Vergleiche kommen in dem Text häufig vor, siehe in der Beispielanalyse. Einleitung mit Basissatz Ausgangsbasis und Textintention äußere Struktur Inhaltsanalyse: Text- und Argumentationsstruktur Wortfeld- analyse Beispieltext: Peter Praschl hat seine Glosse „Google googeln“ am 14. Dezember 2010 in „Die Welt“ veröffentlicht. Darin macht er sich über die verbreitete Angewohnheit lustig, dass viele Menschen selbst bekannte Webadressen nicht direkt ins Browserfenster eingeben, sondern über die Suchmaschine Google aufrufen. Anlass für die ironischen Betrachtungen ist, dass Google jedes Jahr die meistgesuchten Begriffe veröffentlicht. Dabei findet sich der Name „Google“ auf Platz fünf der Suchbegriffe in Deutschland. Die Glosse besteht aus sieben Absätzen, wobei der erste der kürzeste ist. Darin werden allein die fünf häufigsten Begriffe aufgelistet. Somit hat man es mit einem unvermittelten, direkten Einstieg zu tun. Auch der dritte Absatz besteht aus nur einem Satz. Er bildet die Überleitung zu der Merkwürdigkeit als weltweitem Phänomen „auch in den USA, Großbritannien oder Indien“ (Z. 16 f.). Peter Praschl vergleicht die Angewohnheit, nach Google zu googeln, damit, bei der Telefonauskunft anzurufen, um bei ihr deren Nummer zu erfragen. Der Autor zitiert hier den Begriff des „DAU“ bzw. des „dümmsten anzunehmenden User[s]“ (Z. 24) aus den Anfangszeiten des Internets. Das Argument der Faulheit, das von den Betroffenen selbst kommt, überzeugt den Verfasser nicht. Deshalb deutet er diese Angewohnheit als sinnlosen Widerstand gegen den Algorithmus. Zudem vermutet er einen ebenfalls sinnlosen Produktivitätszwang oder eine Liebe zum Umweg. Abgeschlossen werden diese Überlegungen mit der Bemerkung, dass auf diese Fragen selbst „Google Answers“ keine Antwort wisse. Das komme einem „Fehler im Algorithmus der Ontologie“ (Z. 71) gleich Der Begriff „Ontologie“ (Z. 71) stammt aus der Philosophie und bezeichnet den Ursprung alles Seienden. Indem er ihn verwendet, zeigt Praschl, dass das Internet die Philosophie längst ersetzt hat: Im Internet wird nach allem gesucht. Dass er dies für bestenfalls seltsam hält, zumindest in der Form des Googelns von Google selbst, zeigt das Wortfeld rund um die bereits zitierten „DAUs“ (Z. 24). Auch der Neologismus und die Hyperbel „http://-Gewürge“ (Z. 8) gehören in dieses Wortfeld der Dummheit. Im Text finden sich zahlreiche Anglizismen aus dem Bereich des Internet-Vokabulars. Andererseits verstärkt Praschl seine abschließenden ironischen Überlegungen mit Fremdwörtern wie der „Resistenz“ (Z. 49) gegen den Algorithmus und der genannten „Ontologie“ (Z. 71). 5 10 15 20 25 30 MUSTER
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