Blickpunkt Biologie NW 2026 SB 7/8

Nur zu Prüfzwecken – Eigentum der Westermann Gruppe 151 Digital WES-187271-151 Entwicklung von Medikamenten Soll ein Medikament zur Behandlung einer Erkrankung entwickelt werden, müssen zunächst Stoffwechselprozesse im Zusammenhang mit der Erkrankung untersucht werden. Dabei werden Stoffe oder Zellstrukturen gesucht, die man mit Wirkstoffen beeinflussen kann. Ist ein solcher Wirkstoff gefunden, werden zunächst vorklinische Studien durchgeführt. Dabei werden die genauen Auswirkungen des Wirkstoffs zunächst im Labor in Zellkulturen untersucht. Zudem muss der Wirkstoff gesetzlich vorgeschrieben auch zwei unterschiedlichen Tierarten verabreicht werden. Dies sind meist Mäuse und Ratten. In solchen Tierversuchen kann untersucht werden, wie die Aufnahme des Wirkstoffes, seine Verteilung im Körper und sein Abbau erfolgt. Mögliche Nebenwirkungen können sich hierbei bemerkbar machen und erforscht werden. In mehreren klinischen Studien an Freiwilligen werden die Darreichungsform des Wirkstoffes sowie seine optimale Konzentration ermittelt. Erst wenn alle Studien nach strengen Standards durchgeführt wurden, kann eine Zulassung des neu entwickelten Medikaments beantragt werden und schließlich auf den Markt kommen. Umsetzung des Wirkstoffes in ein Medikament 5. Entwicklung der Dosierung und Darreichungsform Klinische Studien Phase II 6. Studie mit wenigen kranken Frei- willigen Klinische Studien Phase III 7. Studie mit vielen kranken Freiwilligen Zulassung 8. Einreichung des Zulassungsan- trags, Prüfung durch Behörde M3 Meinungen zu Tierversuchen 1 Ordne die Aussagen Befürwortern und Gegnern von Tierversuchen zu. 2 Formuliere die Kernaussagen der jeweiligen Person. | HILFE 3 Begründe, warum Tierversuche umstritten sind. | HILFE 4 Diskutiert in Gruppen den Einsatz von Tierversuchen bei der Entwicklung von Medikamenten. Tierversuche sind nötig, um die komplexen Abläufe im Körper zu verstehen. Nicht alle Wirkweisen eines neuen Wirkstoffs können durch Computermodelle, Berechnungen oder Zellkulturen ermittelt werden. So kann es sein, dass Wirkstoffe in ganz unterschiedlichen Körperregionen verschieden wirken. Derzeit gibt es keine Alternative, als Nebenwirkungen an Versuchstieren zu erforschen. Tests an Tieren können Gefahren von Stoffen für Menschen zeigen. So wird sichergestellt, dass Kosmetika, Lebensmittelzusatzstoffe und Chemikalien im Haushalt bedenkenlos von Menschen verwendet werden können. Tierversuche behindern die Forschung. So wurde der Wirkstoff ASS vor über 100 Jahren ohne Tierversuche in heutiger Form entwickelt. ASS ist für Menschen schmerzstillend, löst bei Mäusen und Ratten aber Missbildungen im Mutterleib hervor. Nach heutigem Standard wäre ASS wohl nicht auf den Markt gekommen. Andererseits kamen in den 50er Jahren Mittel gegen Übelkeit auf den Markt, die zu Missbildungen von Neugeborenen führten, was sich im Tierversuch vorher aber nicht zeigte. Krankheiten werden bei Tierversuchen oft nur auf ihre Symptome reduziert. Diese werden bei Tieren künstlich durch Eingriffe oder gentechnische Veränderungen verursacht. Auf das Tierwohl wird kaum geachtet. Die Ergebnisse von Tierversuchen lassen sich nicht immer auf andere Tierarten und den Menschen übertragen. So ist ein für Menschen ungefährlicher Stoff in Schokolade für Hunde und Katzen tödlich. Dagegen können einige für den Menschen giftige Pilze problemlos von Kaninchen verzehrt werden. Jedes Lebewesen reagiert anders auf unerschiedliche Stoffe. Nur durch Forschung können vorhandene Behandlungsmethoden verbessert und neue Medikamente entwickelt werden. Tests an Tieren sind bei jedem neuen Wirkstoff gesetzlich vorgeschrieben. Nur so können Krankheiten bekämpft und menschliches Leid verringert werden. Schon heute wird versucht, die Anzahl der Tierversuche zu beschränken und das Leid der Tiere auf ein Minimum zu beschränken. Ilha Tina Monique Tom Elif Peter

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