89 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG Wesentliche Schritte zur Entfaltung der Persönlichkeit Dieses Werk behandelt die Themen: PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG > Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikation Rhetorik – Kommunikation – Präsentation 13 1 Kommunikation Lerneinheit 2: Selektive Wahrnehmung P 2: Malen Sie Bilder mit Worten und Bewegungen! Beschreiben Sie detailliert Ihr inneres Bild zu den folgenden Angaben. Schildern Sie auch Farben, Größen, Gerüche, Umgebungen und das Gefühl, das Sie dabei wahrnehmen. Stellen Sie einige Bilder anschließend pantomimisch dar: a) ein Hund b) ein Haus c) ein Sonntagnachmittag d) ein Auto e) ein alter Mensch Lerntypen Wenn Sie sich selbst beobachten, können Sie feststellen, welcher Lerntyp Sie sind: Bevorzugen Sie das Sehen, das Hören oder das konkrete Handeln beim Lernen? Oder sind Sie ein Mischtyp, der mehrere Lernweisen anwendet? Im Folgenden finden Sie eine Beschreibung und einige Tipps für drei häufige Lerntypen. Ich bin ein auditiver Lerntyp ●Ich kann gehörte Informationen gut aufnehmen und wiedergeben. ●Ich merke mir Stoffinhalte, wenn ich den Erklärungen der Lehrkraft aufmerksam zuhöre. ●Ich bevorzuge Lehrkräfte mit einer klangvollen Stimme. ●Es hilft mir, wenn ich Inhalte in der Gruppe oder zu zweit bespreche. ●Ich lerne Vokabeln gut auswendig, wenn ich sie laut vorspreche. ●Geräusche aus der Umgebung stören mich beim Lernen. ●Manchmal führe ich beim Lernen Selbstgespräche. Auditive Lerner/innen legen Wert auf genaue Formulierungen. Die Bedeutung der Wörter ist für sie wichtig. Sie haben Spaß am Lesen. Auch Sachbücher sind ihnen nicht zu kompliziert. Viele auditive Lernende entwickeln sich selbst zu guten Sprechern und Sprecherinnen. Praxisaufgabe pantomimisch: Darstellung nur durch Gebärden Welchen Wahrnehmungsmodus bevorzugen Sie bei Ihrer Lernarbeit? auditive Wahrnehmung (Ohren) Beispiele für sinnlich- auditive Sprache: „Das hört sich gut an.“ „Darin stimmen wir überein.“ „Böse Zungen behaupten ...“ „Meine innere Stimme sagt mir ...“ „Das klingt vielsagend.“ „Ich höre wohl nicht recht.“ „Bei mir hat‘s geklingelt!“ Für auditive Lerntypen: ●Suchen Sie sich eine ruhige Umgebung zum Lernen. ●Besprechen Sie Lernkassetten und hören Sie die Tonbandaufnahmen ab. ●Sprechen Sie Wichtiges besonders laut. ●Bitten Sie Freunde beim Wiederholen des Stoffes um Unterstützung durch gegenseitiges „Abfragen“. Lerntipps Ich bin ein visueller Lerntyp: ●Ich lerne beim Lesen von Information besonders gut. ●Ich verstehe Sachverhalte schnell, wenn sie durch Grafiken und Bilder veranschaulicht werden. ●Ich schreibe gerne Merksätze auf und verwende Textmarker und bunte Stifte zum Unterstreichen. ●Videofilme zum Thema nehme ich besonders gut auf. ●Themen, zu denen ich keine klare Vorstellung habe, verstehe ich nicht. ●Mind-Maps helfen mir beim Wiederholen von Lernstoff. ●Eine schöne und saubere Lernumgebung ist mir wichtig. ●Ich beobachte die Mimik und Gestik meines Lehrers während der Erklärungen. ●Die farbliche Zusammenstellung der Kleidung meiner Mitmenschen fällt mir auf. Visuelle Lerner/innen verwenden gerne schriftliche Information, Diagramme und Bilder. Bei Präsentationen machen sie sich häufig Notizen während des Vortrags. Für sie ist es wichtig, bildhafte Vorstellungen zu Inhalten zu entwickeln. Sie können sehr effektiv alleine lernen. Ihre Stärke ist besonders die geschriebene Kommunikation. visuelle Wahrnehmung (Augen) Beispiele für sinnlich-visuelle Sprache: „Ich blicke voll durch.“ „Das kann sich sehen lassen.“ „Ich habe den Überblick verloren.“ „Jetzt geht mir ein Licht auf!“ „Da sehe ich schwarz.“ „Er hat keine klare Linie.“ „Ich traue meinen Augen nicht.“ „Das sind ja schöne Aussichten!“ 12 Rhetorik – Kommunikation – Präsentation Üben Sichern Wissen Lernen 1 Wie kommunizieren wir? Die Qualität unserer Wahrnehmung ist der Schlüssel zur Qualität unseres Handelns. Wahrnehmung ist die wesentliche Fähigkeit, sich selbst und die Umwelt zu erkennen, um auf diese einzuwirken. Es ist ein Prozess, in dem uns unsere Sinne mit Informationen versorgen. So wird die Grundlage zu unserer Orientierung in der Umwelt geschaffen. Eindrücke, Informationen und Gefühle werden über 6 Sinneskanäle wahrgenommen und gesendet: Gesichtssinn (Sehen) Hörsinn Tastsinn/Bewegungsempfindung Geruchssinn Geschmackssinn Gleichgewichtssinn Wir sind einem ständigen Strom von Reizen aus der Umwelt ausgesetzt. Jedem Menschen stehen alle Sinneskanäle zur Verfügung. Je nach Situation herrscht ein bestimmter Wahrnehmungsmodus vor: Im SbX finden Sie interessante Links zum Thema selektive Wahrnehmung unter der ID: 1121. Kommunikation ist eine sinnliche Erfahrung. Modus: Art, Weise, Maß Lerneinheit 2 Selektive Wahrnehmung Wir können unsere Aufmerksamkeit steigern und besonders offen sein. Wir können aber auch unsere Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Ziel richten und wie durch einen Filter ignorieren, was uns nicht interessiert. Selektive Wahrnehmung bedeutet, dass die wahrnehmende Person nie die ganze Wirklichkeit, die sie umgibt, aufnimmt, sondern sich unbewusst Ausschnitte auswählt. Diese Auswahl wird gesteuert durch Erlebnisse, Erfahrungen, Einstellungen, Interessen etc. Sie lernen hier, ● welche Möglichkeiten der Wahrnehmung Sie zur Verfügung haben, ● Ihre eigene Wahrnehmung besser einzuschätzen, ● den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Kommunikation kennen, ● wie Sie Feedback geben können, ohne verletzend zu sein und ● wie Sie durch passendes Feedback Ihre Kommunikation verändern können. Etwas wahrnehmen bedeutet bewusstes Aufnehmen von Information. Dazu benötigen wir unsere Sinne. Alle SbX-Inhalte zu dieser Lerneinheit finden Sie unter der ID: 1120. Der Gesichtssinn liefert mit Abstand die meisten Informationen. Durch die Erfindung der Sprache ist eine sehr wirkungsvolle Informationsweitergabe über den Gehörsinn möglich. Der Berührungs- und Tastsinn wird unter den heutigen Lebensbedingungen nicht annähernd ausgenutzt. ● Wir betrachten ein Foto. ● Wir riechen das Heu. ● Wir schmecken das Essen. ● Wir lassen den Sand durch die Finger rieseln. ● Wir fühlen Sympathie füreinander. P 1: Finden Sie weitere Beispiele für sinnliche Sprache! Individuelle Veranlagung und die persönliche Umgebung jedes Menschen prägen seine Wahrnehmung und lassen ihn einen Wahrnehmungsmodus häufiger benutzen als andere. Über diesen nimmt er besonders gut auf. Praxisaufgabe Gesichtssinn Lernen ID: 1121 Ü Rhetorik – Kommunikation – Präsentation 133 4 Präsentation Lerneinheit 2: Eine Präsentation vorbereiten Je ähnlicher die Vorkenntnisse des Publikums sind, umso leichter finden Sie einen passenden Einstieg. Schwieriger ist es, wenn interessierte Laien und Fachleute zu erwarten sind. Wählen Sie einen zu einfachen Einstieg, langweilen sich die Fachleute, beginnen Sie auf zu hohem Niveau, verstehen die Laien nicht, worüber Sie reden. Nicht nur, aber besonders in dieser Situation ist es von Vorteil, wenn Sie wissen, wer die wichtigen Personen im Publikum sind: An ihnen werden Sie sich orientieren und versuchen, auch die anderen nicht zu verlieren. Wenn Sie im Rahmen des Unterrichts eine Präsentation halten, sollten vor allem Ihre Mitschüler/innen den Inhalt verstehen können. Obwohl die Noten von Lehrern vergeben werden, sollten Sie sich bezüglich der Vorkenntnisse nicht an ihnen orientieren. Mit einer kleinen Überraschung, die Sie sorgfältig auf Ihr Publikum abstimmen, kommen Sie besonders gut an: aktuelle Informationen und treffende Argumente, die für das Publikum neu sind und so wie sie sind gleich verwendet werden können. 3 Publikum analysieren Das Publikum investiert wertvolle Zeit – gehen Sie sorgsam damit um. Für Ihre Präsentation gilt, dass Sie Ihr Publikum kennenlernen müssen, damit Ihre Präsentation die Bedürfnisse und Erwartungen erfüllen kann. Wer ist Ihr Publikum? Am einfachsten ist es für Vortragende, wenn sich die Personen im Publikum ähnlich sind: Schüler/innen aus dem gleichen Ausbildungszweig, Lehrer/innen, die den gleichen Gegenstand unterrichten, Ärzte/Ärztinnen mit dem gleichen Fachgebiet. Sie können dann bei der Vorbereitung davon ausgehen, dass die Vorbildung, die Interessen und auch der Wortschatz sehr ähnlich sein werden. Schwieriger ist es, wenn das Publikum inhomogen zusammengesetzt ist, also aus Personen mit unterschiedlichen Interessen und Vorwissen besteht. Sie müssen dann bei der Vorbereitung Ihrer Präsentation darauf achten, dass nicht die einen überfordert sind, während sich die anderen langweilen und am Schluss niemand zufrieden ist. Bedenken Sie, dass praktische Beispiele immer aus dem Erfahrungsschatz des Publikums sein müssen. Was interessiert Ihr Publikum? „Wer Stierkämpfer werden will, muss erst lernen, Stier zu sein.“ (Spanisches Sprichwort) homogen: gleichartig inhomogen: verschiedenartig Die gleiche Präsentation, die bei Gärtnern gut angekommen ist, können Sie nicht ohne weiteres auch für Elektriker halten! Wer ist Ihr Publikum? Schüler, Lehrer, Elternvertreter, Fachleute, Interessenten ... keine Vorkenntnisse, einige theoretische Kenntnisse, praktische Erfahrung ... Die wichtigste Frage ist immer: Nehmen die Personen im Publikum freiwillig an Ihrer Präsentation teil oder wurden sie geschickt? Freiwillige bringen meistens mehr Interesse mit und verhalten sich kooperativer. Die anderen müssen Sie erst „verführen“, damit Sie ihr Interesse und ihre Aufmerksamkeit erhalten. Schließlich wollen Sie ja erreichen, dass möglichst viele Personen im Publikum mit Ihrer Präsentation zufrieden sind. Je ähnlicher die Interessen sind, umso eher wird es Ihnen gelingen, den Ansprüchen des Publikums zu entsprechen. Welche Vorkenntnisse bringt Ihr Publikum mit? kooperativ: bereit zur Zusammenarbeit Kenntnisse erwerben, Zusammenhänge erkennen, Benotung der Kenntnisse, Entscheidungsvorbereitung ... Was interessiert Ihr Publikum? 132 Rhetorik – Kommunikation – Präsentation Üben Sichern Wissen Lernen 2 Von der Idee zum Konzept Schritte zur Vorbereitung einer Präsentation Planen Sie ausreichend Zeit für die Vorbereitung der Präsentation ein. Für jede Vortragsminute rechnet man ca. 30Minuten Vorbereitungszeit. Sie brauchen daher ca. 10Stunden zur Vorbereitung einer gelungenen Präsentation, die 20Minuten dauern soll. Im Folgenden erfahren Sie, welche Schritte zur Vorbereitung einer Präsentation empfohlen werden. Vorentscheidung ● Was ist die Vorgeschichte der Präsentation? ● In welchem Rahmen findet sie statt? ● Wer ist mein Publikum? ● Kommt mein Publikum freiwillig zur Präsentation? ● Was interessiert mein Publikum? ● Welchen Nutzen erwartet mein Publikum? ● Worüber will ich informieren? ● Wovon will ich überzeugen? ● Wie soll die Präsentation wirken? ● Welche Medien will ich einsetzen? ● Wer wird außer mir noch präsentieren? Konzept ● Welche Themen/Inhalte präsentiere ich? ● Wie strukturiere ich den Inhalt? ● Wie gestalte ich Texte und Bilder? ● Welche Abfolge der Einzelpräsentationen ist günstig? Produktion ● Bildentwürfe in Folien (Overhead oder PowerPoint), Plakate etc. umsetzen ● Textentwürfe (Stichwortzettel), Hand-outs etc. umsetzen ● Kopien anfertigen/Präsentationsmappen erstellen ● Abläufe für Produktvorführungen festlegen ● Datenmaterial für Beispiele erstellen Persönliche Vorbereitung ● Raum vorbereiten ● Probelauf ● Umgang mit Lampenfieber ● Diskussionsstrategie festlegen Präsentation Vorentscheidung: 1 Stunde Im SbX lernen Sie Methoden kennen, die Ihnen bei der Vorbereitung einer Präsentation sehr nützlich sein können, das 6-Hüte-Denken und ABC-Listen. Informieren Sie sich unter der ID: 1421. Konzept: 3 Stunden Produktion: 4 Stunden Persönliche Vorbereitung: 2 Stunden Präsentation: 20 Minuten Es gibt durchaus Vortragende mit mangelhaftem Fachwissen; meistens aber sind die Vortragenden fachlich kompetent, kümmern sich allerdings zu wenig darum, was das Publikum interessiert. Sie sind so stolz darauf, dass sie Details kennen und schwierige Zusammenhänge verstehen, dass sie ihr Publikum unbedingt daran teilhaben lassen wollen. Voll Engagement und Begeisterung legen sie ihr gesamtes Wissen dar. So kann es vorkommen, dass Vortragende ihrem Publikum eine Fülle von ausführlichen Informationen und technischen Details anbieten, die mehr verwirren als informieren. kompetent: befähigt Analysieren Sie Ihr Publikum, bevor Sie mit Ihrer Präsentation beginnen. Meistens ist weniger einfach mehr! von der Idee zum Konzept Interesse Wissen Publikum Präsentator Rhetorik – Kommunikation – Präsentation G . Gebeshuber, M . Makrandreou Schultyp: 3730; 4710 E E-Book L Material für Lehrpersonen Info zum Buch → Kommunikation → soziale Interaktion → Gespräche führen → Rhetorik → Persönlichkeitsbildung → Entwicklung kommunikativer Stärken → Strategien für Präsentationen → Darstellung wichtiger Kommunikationsmodelle → Gruppenverhalten → Konfliktlösungsmodelle → Mindmapping und NLP → mit Linktipps und zusätzlichen digitalen Unterlagen Titel E-Book E-Book Solo Material für Lehrpersonen* Rhetorik – Kommunikation – Präsentation 220672€ 20,00 – 978-3-7068-7620-9 € 9,90 Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl und Ihrem SchulPIN über die Schulbibliothek als Download im jeweiligen Buchtitel verfügbar. E L Material für Lehrpersonen Lösungen zu den Übungen Didaktisch-methodische Hinweise
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