62 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG Der PBZG-Standard für den HAS-Lehrplan Das Schulbuch für die 1. Klasse ist ausschließlich der Politischen Bildung gewidmet. Im Doppelband 2. und 3. Klasse sind die Inhalte den Semestern und den Lehrplanmodulen zugeordnet. → Die Kompetenztrainings sind nach den Anforderungsniveaus gekennzeichnet. → „Wie???“-Methodenseiten ermöglichen das schrittweise Erlernen von historisch relevanten Forschungsmethoden. → Die Sachinformation ist in kürzere Lese- und Lernabschnitte gegliedert. → Schlüsselbegriffe sind im Text hervorgehoben. Sie dienen als Gerüst, um sich den Inhalt des Textabschnittes zu merken. Wissen – Können – Handeln. Politische Bildung und Zeitgeschichte HAS Brzobohaty, Heffeter, Tuncel Schultyp: 3600 E E-Book WISSEN - KÖNNEN - HANDELN Politische Bildung und Zeitgeschichte HAS Aktualisiert Kompetenzorientiert Modulare Oberstufe KL 2/3 WISSEN - KÖNNEN - HANDELN Politische Bildung und Zeitgeschichte HAS Aktualisiert Kompetenzorientiert KL 1 Titel E-Book E-Book Solo Wissen – Können – Handeln. Politische Bildung und Zeitgeschichte HAS 1 170491€ 11,72 205986 € 8,74 Wissen – Können – Handeln. Politische Bildung und Zeitgeschichte HAS 2/3 170770€ 17,57 205994€ 13,11 Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl und Ihrem SchulPIN über die Schulbibliothek als Download im jeweiligen Buchtitel verfügbar. E Info zum Buch 15 Übungen: 1) Fassen Sie zusammen, welche militärische Vorgehensweise der so genannte „Schlieffenplan“ für den Fall eines Zweifrontenkrieges der Mittelmächte vorsah. 2) Analysieren Sie die vorliegende Fotografie nach dem obigen Schema. Wie ist die dargestellte Kriegsbegeisterung zu bewerten? 3) Beurteilen Sie, welche Rolle dieses Propagandafoto gespielt haben kann. Zu welchem Zweck könnte es aufgenommen und veröffentlicht worden sein? Material: Sus scrofa M1: Dieses Foto aus dem Jahr 1914 zeigt deutsche Soldaten zu Beginn des Ersten Weltkrieges auf dem Weg an die Westfront. Es wurde 1915 im Großen Bilderatlas des Weltkrieges, Bd. 1, in München im Kapitel „Begeisterung im Lande“ veröffentlicht. Die Wurzeln der Fotografie reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. 1837 stellte Louis Jacques Mandé Daguerre ein erstes brauchbares Verfahren zur Herstellung von Fotos auf versilberten Kupferplatten vor. Erst ab dem 20. Jahrhundert konnten Fotos auf Rollfilme aufgenommen werden und unbegrenzt vervielfältigt werden. Ende des 20. Jahrhunderts hielt die digitale Fototechnik Einzug. Bilddaten werden seither überwiegend digital gespeichert und kopiert. Durch den Einsatz moderner Bildbearbeitungsprogramme können digitale Bilder einfach und schnell verändert werden, was für die Beurteilung eines Bildes als historische Quelle natürlich bedacht werden muss. Historische Fotografien sind eine sehr wichtige historische Quelle, zeigen sie doch – so sie nicht nachträglich verändert wurden – einen kurzen Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Allerdings ist unbedingt zu bedenken, dass Fotos kaum zufällig entstehen, sondern von den Fotografinnen und Fotografen gleichsam sorgfältig „komponiert“ werden. Bildausschnitt, Helligkeit, Schärfe usw. werden üblicherweise mit einer gewissen Absicht gewählt. Für die Analyse historischer Fotografien bietet sich folgender Vier-Schritt an: Hinweis: Einige Fragen sind nur beantwortbar, wenn zum Bild weitere Informationen zu seiner Entstehung bekannt sind. • Welches Thema/welche Person/en ist/sind auf dem Foto zu sehen? • Zu welchem Anlass, an welchem Ort, zu welcher Zeit wurde das Foto aufgenommen? • Gibt es eine Differenz zwischen Entstehungszeitpunkt des Bildes und dem dargestellten Ereignis? • Für wen wurde das Bild gemacht? Wer konnte das Bild vermutlich sehen? (Wo) Wurde es veröffentlicht? • Wer sind Fotografin bzw. Fotograf und Auftraggeberin bzw. Auftraggeber? • Welcher Ausschnitt/Raum ist abgebildet? Was sieht man nicht? • Wie stehen die abgebildeten Elemente zueinander? • In welcher Beziehung stehen Vorder- und Hintergrund? • Welche Perspektive nimmt der Betrachter ein? Von welchem Standpunkt aus wurde fotografiert? • Wie ist die Farbgebung? Welche Farben werden verwendet? • Zu welchem Zweck werden Stilmittel (Farbe – Schwarz/Weiß, Perspektive, Schärfe – Unschärfe) eingesetzt? • Welche Gefühle löst das Bild heute aus? • Welche Ziele verfolgte der Fotograf bzw. die Fotografin? Einordnung in den historischen Kontext Vor welchem historischen, gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen Hintergrund steht/entstand diese • Mit welchem Problem steht das Bild in Zusammenhang? • Inhaltsbewertung: Ist die Aussage des Fotos an eine bestimmte Ideologie gebunden? • Lässt sich die Aussage des Bildes durch andere Quellen bestätigen/widerlegen? • Kann das Bild zur (Er-)Klärung der Geschichte beitragen? Wenn ja, was? ... analysiert man historische Fotografien? WIE ??? Methode: Analyse historischer Fotografien Interpretation 3. Die drei Gewalten Abb. 23.1: Ergebnisse der Nationalratswahlen 1949 Abb. 23.2: Ergebnisse der Nationalratswahlen 1945–2024 23 &)+% )-+$ )(+) $)+- "%+# (+$ )&+- (+) ,% ,0 ,0 ,, ,, ,) 0& 0& ,% *5 ,% ,, ,, ,& ,) *" ,5 ,! 0# 0% 0& ,! *5 ,& ,& ,& ,5 *0 ,% ,# )5 ,, ,& )" *# *0 *) *" ,% 0) ,0 ," ,, )! ,& *5 *" )) )* ** ), )5 )# *) )0 )0 )% &! *5 *, )* 0% *) ,& *) *5 &! *) ,& )* ,) ,, *% ,, ** ,0 ,& &0 )* ,% )& )" ,& &! *% 0% &, *# *5 *! &! &* &" )! *0 *5 )" *) ,* L:D @DL 8*< !DL @CE=;"&) NNV. 0VN PV1, 8*< 0 !DL 4-V. 11 N/ L:D .. @DL /. @;"[[A?CX)E;) _QE*Q;=7)?;)"^9E& Nationalratswahl 1949 Nationalratswahlen 1945–2024 1) Fassen Sie die sechs wesentlichen Merkmale des österreichischen Wahlrechts zusammen. 2) Vergleichen Sie die Ergebnisse der österreichischen Nationalratswahlen seit 1945 und beschreiben Sie kurz die Entwicklung der Anteile für die einzelnen Parteien. Weitere Daten finden Sie z.B. auf de.wikipedia.org/wiki/Nationalrat_(Österreich)) 3) Gestalten Sie in Kleingruppen einen Folder, der jungen Wähler/innen das aktive und passive Wahlrecht in Österreich kurz und bündig erklärt. Fertigen Sie auch einfache Grafiken an! , *' ! 4) Führen Sie eine Klassennationalratswahl durch! Natürlich sind in diesem Fall auch Mitschülerinnen und Mitschüler, die noch nicht 16 Jahre alt sind oder nicht die österreichische Staatsbürgerschaft haben, wahlberechtigt. Zur Wahl stehen die Parteien, die aktuell im Nationalrat vertreten sind. Werten Sie die Ergebnisse in Form eines Kreisdiagramms aus! Diskutieren Sie in Kleingruppen mögliche „Regierungsformen“ und deren Regierungsprogramm. !+.-#(#,$(*)",",% Abb. 22.1: Plenarsaal des Nationalrats („plenar“ von lateinisch „plenum“ = „voll“, d. h. wenn alle Abgeordneten gemeinsam tagen). Nach fünf Jahren Sanierung wurde das historische Parlamentsgebäude am 14. und 15. Jänner 2023 feierlich wiedereröffnet. Parlamentsdirektion Wein / Mike Ranz 3. Die drei Gewalten PB-Basics: Mandat (Auftrag) Mit Mandat wird die Übertragung politischer Aufgaben und Rechte auf Abgeordnete (Mandatare) durch die Wähler/innen im Zuge einer Wahl bezeichnet. PB-Basics: Mehrheitswahlrecht Das Mehrheitswahlrecht sieht vor,dass in jedem Wahlkreis immer ein Kandidat pro Partei zur Wahl steht und für ein Mandat kandidiert. Die Wähler wählen also,welcher Kandidat aus ihrem Wahlkreis in das Parlament einzieht. Der Kandidat mit den meisten Stimmen erhält dann das Mandat (z.B. Vereinigte Staaten, GB). Von absoluter Mehrheit spricht man, wenn die Kandidaten mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten. Verantwortungsbewusstes Wählen Vor einer Wahl soll man sich über die Ziele und Meinungen der Parteien informieren. Im Internet kann man die Parteiprogramme (mehr dazu im Kapitel über die politischen Parteien Österreichs) nachlesen. Im Wahlkampf informieren die Massenmedien (Fernsehen, Radio und Zeitungen) täglich über die Parteien und ihre Ziele. Wahlplakate der Parteien fassen die wichtigsten Ziele kurz und bündig zusammen. www.demokratiewebstatt.at www.wahlkabine.at 1| Die Bundespräsidentenwahl Der österreichische Bundespräsident bzw. die österreichische Bundespräsidentin wird direkt vom Volk gewählt. Wenn kein/e Kandidat/in die absolute Mehrheit erreicht, gibt es eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Kandidaten. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Eine Wiederwahl ist einmal möglich. 2| Die Nationalratswahl Der Nationalrat wird normalerweise alle fünf Jahre neu gewählt. Bei der Wahl können die Wähler/innen ihre Stimme für eine Partei, innerhalb dieser Partei auch für eine bestimmte Person (Vorzugsstimme) abgeben. Das in der Verfassung verankerte Verhältniswahlrecht garantiert eine möglichst genaue Repräsentation des politischen Willens der Bevölkerung. Die gültig abgegebenen Stimmen bestimmen die Zahl der Parlamentssitze der jeweiligen Partei. Die Parlamentssitze nennt man auch Mandate. Die Abgeordneten werden auch Mandatare/Mandatarinnen genannt. Für den Einzug einer Partei in den Nationalrat ist der Gewinn sind mindestens vier Prozent der gültigen Stimmen notwendig (VierProzent-Klausel) oder ein Grundmandat. Parteien mit weniger Stimmen ziehen nicht ins Parlament ein. 3| Die EU-Wahl Auch die Abgeordneten zum Parlament der Europäischen Union werden in jedem Land alle fünf Jahre gewählt. Österreich hat derzeit 20 Abgeordnete im EU-Parlament (von insgesamt 720 Sitzen). Gewählt werden Kandidaten und Kandidatinnen von Parteilisten. Vorzugsstimmen sind möglich. Eine Partei muss mindestens vier Prozent der Stimmen erhalten. Das aktive Wahlalter beträgt in Österreich 16 Jahre, das passive 18 Jahre. PB-Basics: Grundmandat Man spricht von einem Grundmandat (Direktmandat), wenn eine Partei oder wahlwerbende Gruppe in einem Wahlkreis genügend Stimmen für ein Mandat erzielt hat und damit direkt dieses Mandat erhält. Bei einer Nationalratswahl werden die Grundmandate in den Regionalwahlkreisen vergeben. 22 Aktualisiert GESCHICHTE & POLITISCHE BILDUNG > WKH. Politische Bildung und Zeitgeschichte HAS
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