61 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG GESCHICHTE UND POLITISCHE BILDUNG > WKH. Geschichte und Politische Bildung HLW Der Standard für den HLW-Lehrplan Wissen – Können – Handeln.: Der Titel ist Programm – alle drei Kompetenzbereiche werden gleichberechtigt behandelt. → Die Sachinformation ist in kürzere Lese- und Lernabschnitte gegliedert. → Kompetenztrainings-Einheiten → Fotos, Karten und Grafiken werden in großem Umfang eingesetzt und auch deren Auswertung trainiert. → „Wie???“-Methodenseiten ermöglichen das schrittweise Erlernen von Forschungsmethoden. → „Basics“, „Facts“, „Maps“, „Workshops“, Quellen, Arbeits- und Infotexte als zusätzliche Informationsebenen → Quellen und Arbeitstexte bieten zusätzliche Informationen und Arbeitsaufträge. → Die Themen der politischen Bildung werden gleichberechtigt behandelt. Wissen – Können – Handeln. Geschichte und Politische Bildung HLW Benes, Birsak, Brzobohaty, Donner, Graber, Heffeter, Kowarz, Kucera, Leonhardt, Malcik, Marchart, Salmeyer, Schrammel, Spreitzhofer, Wagner, Zellhofer Schultyp: 4710; 4730 E E-Book Titel E-Book E-Book Solo Wissen – Können – Handeln. Geschichte und Politische Bildung HLW II 175785€ 15,15 206012€ 11,30 Wissen – Können – Handeln. Geschichte und Politische Bildung HLW III 180808€ 17,32 206064€ 12,91 Wissen – Können – Handeln. Geschichte und Politische Bildung HLW IV 185703€ 18,87 206116€ 14,07 Wissen – Können – Handeln. Geschichte und Politische Bildung HLW II–IV 190290€ 31,67 206123€ 23,64 Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl über die Schulbibliothek zugänglich. E Info zum Buch \K>ZU_";&^")*)? =CE=;"&) ["^";]?"=M$) Y9=Q[[)EQ?O)"; <@U_"^";]?OQ=)E <@U_"^";]? "E QE*)?)E @;QQ;)E+MQR51P PPP *Q7CE F9?CAQ &)=Q[;+ NPP PPP K'&$QE"=;QE+ , PPP @2*`C?)Q+ 54 0PP %?Q`+ 0 0PP #QAQE+ 1P PPP 6. Schauplätze der Jüngsten Zeitgeschichte 3| Neue Herausforderungen Das zunehmend einseitige Hegemoniestreben der USA stieß immer mehr auf offenen Widerstand, auch unter den Bündnispartnern („Core Partners“: Europa, Japan) und Verbündeten (Saudi-Arabien, Südkorea, Ägypten, Israel, Taiwan, Türkei). Die Wahl des Kandidaten der Demokratischen Partei, Barack Obama, zum 44. US-Präsidenten im November 2008 leitete neue Entwicklungen in der Außenpolitik der USA ein, die unter anderem 2011 zum Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak führten. Weltweite Überwachungsaktivitäten des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes NSA führten 2013 zu Verstimmungen mit vielen befreundeten Staaten. Im November 2016 gewann überraschend der Geschäftsmann Donald Trump für die Republikanische Partei die Präsidentschaftswahl. Unter dem Motto „America first“ plant er eine stärker isolationalistische Politik. Trotz dieser Pläne und zunehmender Ansprüche anderer Staaten wie China oder Indien auf eine Supermachtrolle ist die Rolle der USA bei internationalen Konflikten nach wie vor wichtig. Supermacht auf Pump? Die USA finanzieren seit den 1970er-Jahren ihr Wachstum, indem sie sich zum größten Schuldnerland der Welt entwickelten: Allein die Zentralbanken Europas und Japans halten US-Schatzbriefe in der Höhe von über 2 600 Mrd. US-Dollar. Zwischen 1982 und 2014 hat sich die Netto-Auslandsverschuldung auf über 6 000 Mrd. US-Dollar verfünfundzwanzigfacht. Die größten Auslandsschulden bei einem Staat haben die USA inzwischen gegenüber China. Staatsanleihen der USA gelten aber noch immer als sichere Geldanlage, weil das Land das wirtschaftlich stärkste Land der Welt ist und es auch durch den großen Binnenmarkt relativ rasch schafft, Krisen zu bewältigen. Hegemonie: Vorherrschaft; meist wird darunter ein militärisches, politisches, ökonomisches, oder aber auch kulturelles Übergewicht eines Staates im Vergleich zu anderen verstanden. Isolationismus: Schwerpunkt des politischen Handelns auf Maßnahmen im eigenen Land, Handel mit dem Ausland und Eingreifen bei politischen Konflikten im Ausland wird häufig abgelehnt. Kopfleiste: die brennenden Türme des World Trade Centers nach dem Terroranschlag am 11. 9. 2001 (Foto Michael Foran, CC); Symbolbild: Unterzeichnung des Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC am 26.9.2016 (Foto Chilenische Regierung) Abb. 103.1: Militärmacht USA 2017 103 1)Ermitteln Sie, welche Staaten die Bush-Regierung zur „Achse des Bösen“ zählte und warum. 2)Recherchieren Sie: Welche (historischen) Verbündeten haben die USA? Welche Staaten unterstützten die USA im Irak-Konflikt? Auf welchen internationalen Kriegsschauplätzen sind die USA derzeit aktiv? , *' ! 3)Erörtern Sie, warum die USA für einen EU-Beitritt der Türkei eintreten. !+.-#(#,$(*)",",% TITELBILD 6.1. Die USA im „Krieg gegen den Terror“ ❒Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 werden die USA häufig als einzige Supermacht bezeichnet. Sie haben das bei weitem größte Militärbudget und sind wirtschaftlich und politisch in allen Weltregionen aktiv. Die amerikanische Außenpolitik schwankt zwischen der Rolle des „Weltpolizisten“ und dem Rückzug auf das eigene große Land mit seinen vielen Problemen. 1| Die USA als einzige Supermacht Die offizielle Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist geprägt vom Eintreten für Demokratie, Menschenrechte und ein globales marktwirtschaftliches System sowie der Wahrung der Interessen des Landes. Diese Ziele wurden in unterschiedlicher Weise verfolgt und bewegen sich zwischen Isolationismus (die Haltung, sich kaum oder gar nicht mit Vorgängen in anderen Teilen der Welt zu befassen) und Internationalismus (der Anspruch, die eigenen Werte weltweit zu verbreiten). Die Bemühungen zur Durchsetzung dieser Politik erfolgen teils in internationalen Gremien (wie den Vereinten Nationen) und der Welthandelsorganisation WTO, aber auch mit militärischer Gewalt. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 bestimmen die USA in weitaus größerem Ausmaß das Weltgeschehen – dank ihrer gigantischen wirtschaftlichen, militärischen und menschlichen Ressourcen zumeist mit Erfolg. Anstelle der „Neuen Weltordnung“ (1989–1993, Präsidentschaft George Bush sen.) trat zunächst der „Humanitäre Interventionismus“ (1993–2001, unter der Präsidentschaft von Bill Clinton), der durch militärisches Engagement in wirtschaftlich und strategisch unbedeutenden Regionen (Haiti, Somalia, Bosnien) gekennzeichnet war. Vor allem im Jugoslawien-Konflikt übernahmen die USA die Rolle des „Weltpolizisten“, weil die EU allein den Konflikt nicht lösen konnte. 2| Im Kampf gegen den Terror Mit dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 setzte sich eine neue Doktrin durch: Vorrangiges Ziel der US-amerikanischen Außenpolitik unter der Präsidentschaft von George W. Bush (2001–2008) war der Krieg gegen den Terrorismus („War on Terror“), der andere Anliegen wie Krieg gegen Drogen („War on Drugs“) oder Kampf gegen Armut („War on Poverty“) in den Hintergrund drängte. Die USA sind einerseits Mitbegründer zahlreicher multinationaler Gremien und Organisationen (UBO, WTO, Weltbank, NATO u.a.), verwehren sich aber zugleich gegen eine mögliche Beschneidung der eigenen Souveränität durch internationale Abkommen. Neben dem Versuch der Ausschaltung des Terrornetzwerkes Al-Qaida, des (medial allgegenwärtigen) Staatsfeinds Nummer 1, diente die populäre Antiterror-Strategie der Stärkung der inneren Sicherheit und der Ablenkung von innenpolitischen Themen: Die Zerstörung der „Achse des Bösen“ (bis zum Sturz Saddam Husseins dessen Herrschaft im Irak, dazu noch die Regime des Iran und Nordkoreas) war das erklärte Ziel – vor allem im Mittleren Osten scheinen USamerikanische Ölinteressen als Vorwand für Interventionen offenkundig. Das US-Verteidigungsbudget lag 2013 mit 444 Mrd. Euro deutlich über dem Verteidigungsbudget der EU (150 Mrd. Euro). An zweiter Stelle bei den Staaten liegt China mit 87 Mrd. Euro. Nach: www.globaldefence.net % der Weltbevölkerung) % der weltweiten Im Persischen Golf befinden sich zwei Drittel der Welterdölreserven. Das Bevölkerungswachstum der USA % gesunken; die Zahl illegaler Immigrant/inn/en wird auf rund 12 Millionen geschätzt, ein Großteil davon stammt aus Lateinamerika. Die USA betreiben weltweit nach eigenen Angaben ca. 760 Militärstützpunkte in 40 Ländern (davon die meisten in Deutschland und in Südkorea). 6. Schauplätze der Jüngsten Zeitgeschichte Abkürzung für „United States of America“. Statt dessen wird in Zusammensetzungen häufig auch nur die Abkürzung „US“ verwendet. In deutschsprachigen Texten gibt es gleichbedeutend auch die Bezeichnung „Vereinigte Staaten 2| oder Kampf gegen Armut („War on Poverty“) in den Hin zugleich gegen eine mögliche Beschneidung der eige Abb. 102.1: US-Truppen im Irak 2006 beim Aufbau von Schutzzäunen aus 102 verbrauchen etwa 25 % der weltweiten USA Abkürzung für „United States of Ame In deutschsprachigen Texten gibt es gleichbedeu 27 Plakate sind ein Massenmedium, das in großer Zahl und über einen längeren Zeitraum viele Adressatinnen und Adressaten erreichen will. Plakate sollen: informieren, werben, Aufmerksamkeit erwecken, beeinflussen, aktivieren, Zustimmung erheischen, meinungsbildend wirken, Gegner und Gegnerinnen diffamieren/einschüchtern. Plakate wirken durch: auffällige Gestaltung, Farbgebung, optische Botschaften, griffige Formulierungen (Slogans). Damit Plakate wirken können, müssen die Selbst- und Leitbilder der Adressatinnen und Adressaten angesprochen werden. Politische Plakate bilden • politische Ereignisse, • wichtige Epochen der Landesgeschichte, • zeitgenössische Perspektiven, • Parteiprogramme, • Ideologien der Zeit, • Werturteile und Haltungen, • Entwicklungen von Parteien und Politiker/innen • und die politische Kultur eines Landes ab. Um Plakate als historische Quellen lesen und nutzen zu können, ist es wichtig, die notwendige Hintergrundinformation zum jeweiligen Zeitabschnitt sowie die Bedeutung der Plakatwerbung im Vergleich zu anderen Werbeformen zu recherchieren. Übungen: 1) Benennen Sie das gemeinsame Thema der vier abgebildeten Plakate! 2) Analysieren Sie die Plakate in Bezug auf die optische Gestaltung und die verwendeten Slogans! Arbeiten Sie heraus, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen. 3) Formulieren und begründen Sie zu jedem Plakat eine Hauptaussage! 4) Bewerten Sie die vier Plakate in Hinblick auf ihre Überzeugungskraft und erörtern Sie Kennzeichen erfolgreicher Plakatgestaltung! alle Fotos: Pressefoto Votava Abb. 27.1–4: Plakate zum EU-Beitritt 1994 (SPÖ, ÖVP für einen EU-Beitritt und Anti-EUPlakate der FPÖ und der Grünen) ... vergleicht man politische Bildstrategien im Plakat? WIE ??? Übung: Konflikte, Kriege, Verhandlungen – Eine Internet- und Medienanalyse 1) Führen Sie für einen bestimmten Zeitraum (z.B. ein Monat) eine Medien-Recherche über den aktuellen Stand des internationalen Kriegsgeschehens durch. Hierzu können Sie Tageszeitungen, Nachrichtensendungen im Fernsehen und das Internet (inklusive Sozialer Medien wie Facebook oder Twitter) auswerten. Von mehreren österreichischen und internationalen Tageszeitungen stehen Online-Ausgaben zur Verfügung, die kostenfrei zugänglich sind (z.B. www.diepresse.com oder www.standard.at). Stellen Sie sich folgende Fragen: – Über welche Kriege/Konflikte/Krisen wird berichtet? Was wird berichtet? – Wird über Friedensverträge, Verhandlungen oder die Hoffnung auf eine friedliche Konfliktbeilegung berichtet? – Unterscheiden sich die Konflikte, über die berichtet wird, je nach Art des Mediums (Zeitung, Fernsehen, Internet)? 2) Tragen Sie die Konflikte, über welche Sie Informationen gesammelt haben, in die Weltkarte ein! Wählen Sie dafür verschieden große Kreise, die der Anzahl der Erwähnungen in den ausgewählten Medien entsprechen. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung veröffentlicht jährlich Daten über Kriege und Konflikte weltweit. Dieses „Konfliktbarometer“ kann unter www.hiik.de/de/konfliktbarometer/ aus dem Internet heruntergeladen werden. 3) Stellen Sie fest: Werden die von Ihnen ermittelten Kriege und Krisen bereits im aktuellen Konfliktbarometer erwähnt? Wie hat sich das Kriegsgeschehen seit der Erwähnung entwickelt? 4) Gibt es Nachrichten und Berichte über Kriege und Krisen, die im aktuellen Konfliktbarometer nicht erwähnt sind? 5) Stellen Sie eine Liste mit verschiedenen Verwendungen des Begriffes „Krieg“ zusammen. Wird der Begriff „Krieg“ in den Medien auch für Auseinandersetzungen oder Konflikte verwendet, bei denen es nicht um bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Armeen geht (wie z.B. früher „Kalter Krieg“ oder „Krieg der Worte“). (tlw. nach: Uli Jäger: Krieg oder Frieden. Konfliktanalyse und -bearbeitung. Themenblätter im Unterricht, Herbst_Winter 2001_Nr.12. Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53111 Bonn) 26 Übung: Konflikte, Kriege, Verhandlungen – Eine Internet- und WIE ??? ... vergleicht man unterschiedliche Medienberichte zu Kriegshandlungen?
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg5NDY1NA==