Katalog BBS 2026/27

59 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG GESCHICHTE UND POLITISCHE BILDUNG > Standpunkte Geschichte in Zusammenhängen Das Erschließen von historischen und aktuellen Zusammenhängen als Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe steht im Mittelpunkt dieser Reihe auf Basis des kompetenzorientierten Lehrplans für HLW/HLT/HLM. Die verständliche, anschauliche Aufbereitung der Inhalte, umfangreiches Quellen- und Bildmaterial sowie Aufgabenstellungen mit unterschiedlichem Komplexitätsgrad fördern den Lernprozess. Standpunkte. Geschichte und politische Bildung HLW/HLT/HLM Kremser, Tanzer Schultyp: 4710; 4720; 4730 E E-Book L Material für Lehrpersonen Standpunkte. Geschichte und politische Bildung HLW II 1 Geschichte Lerneinheit 1: Wozu Geschichte? Üben ID: 1112 Ü Ü 1.4: Filmquiz A a) Ordnen Sie den folgenden Filmen historische Ereignisse bzw. Epochen durch Verbinden zu: 1492 Amerikanischer Bürgerkrieg Platoon Aufstand römischer Sklaven Good bye Lenin Ende der DDR Ben Hur Entdeckung Amerikas Sissi Habsburgerreich 2. Hälfte 19. Jh. Schindlers Liste Holocaust Vom Winde verweht Landung in der Normandie Der Name der Rose Mordserie in einem mittelalterlichen Kloster Spartacus Römisches Reich zur Zeit Jesu Christi 300 Schlacht bei den Thermopylen Der Soldat James Ryan Vietnamkrieg b) Bringen Sie die Ereignisse aus der rechten Spalte in eine chronologisch richtige Reihenfolge. Ü 1.5: Gedächtnisorte C D Der Abschnitt der Wiener Ringstraße, an dem sich u. a. die Universität befindet, hieß bis 1919 „Franzensring“, bis 1934 „Ring des 12. November“, bis 2012 „Dr.-Karl-Lueger-Ring“, seit 2012 heißt er Universitätsring. a) Recherchieren Sie, nach wem bzw. wonach dieser Straßenabschnitt jeweils benannt wurde und warum sich die Bezeichnung änderte. Präsentieren Sie das Ergebnis. b) Deuten Sie die Karikatur. c) Diskutieren Sie, wann es sinnvoll oder auch notwendig ist, Straßen und Plätze umzubenennen. Ü 1.6: Fragestellungen erschließen C a) Erschließen Sie Fragestellungen aus dem folgenden Text zur antiken Wissenschaft. b) Untersuchen Sie, welche Fragestellungen für die Gegenwart Bedeutung haben könnten. Der römische Arzt Galen (129 bis 199) schnitt lebenden Schweinen das Herz heraus und ließ seine Studenten den pochenden Muskel befühlen. […] Galen zersägte bevorzugt Schweine und Ziegen. Unter sein Messer gerieten allerdings auch Wölfe, Flusspferde, Löwen und sogar ein Wal. Auf diese Weise gelangte er zu bahnbrechenden Kenntnissen über Blutkreis lauf und Nervenbahnen. Doch der Medikus beließ es nicht bei diskreter Forschung hinter verschlossener Tür. Einen einmal geglückten Versuch wiederholte Galen immer wieder und veranstaltete dabei regelrechte Blutorgien vor Publikum. „Die Heftigkeit, das Töten und die Verstümmelung waren Teil der Darbietung“, befindet die Altertumswissenschaftlerin Maud Gleason von der Stanford University. Wiederholt schnallte der Meister lebende Schweine auf ein Sezierbrett, um den zwischen Faszination und Ekel hin- und hergerisse nen Zuschauern zu demonstrieren, an welcher Stelle im Gehirn er das Sehvermögen lokali sierte. […] „Sind unsere Empfindlichkeiten etwas ganz Modernes?“, fragt der Walter Burkert angesichts heutiger Empörung über solche Praktiken. Dabei war auch Galen nicht frei von Skrupeln. Lebende Menschenaffen blieben von den Sezierkünsten des Meisters verschont. „Ihr Gesicht kann Schmerz und Leid auf so auf wühlende Weise ausdrücken“, konstatierte er tief betroffen. Bericht über einen Vortrag des US-Historikers Heinrich von Staden; Quelle: Der Spiegel 26/2010, S. 130. A B C D E Ein Kultfilm: „Vom Winde verweht“ Ü 1.4 mit automatischer Aufgabenkontrolle ID: 1112 Begründungen für die Umbenennung 2012 finden Sie unter der ID: 1112. der Medikus: Arzt die Altphilologie: Sprachwissenschaft, die sich mit Altgriechisch und Latein beschäftigt 6 Standpunkte. Geschichte und politische Bildung HLW II Üben Sichern Wissen Lernen   Urteilsspruch gegen ein Schwein 1499 in Sèves: Und was das genannte Schwein betrifft, haben wir es verurteilt und verurteilen es aufgrund der in dem genannten Prozess enthaltenen und festgestellten Gründe, der Gerechtigkeit halber aufgehängt und exekutiert zu werden im Hoheitsbereich meiner genannten Herren, nach unserem definitiven Spruch und mit Recht. Quelle: Dinzelbacher, Peter: Das fremde Mittelalter. Essen: 2006, S. 113. Quelle: Der Standard vom 18.5.2011.  Quelle: Wiener Zeitung vom 9.11.2011.  Fleischverbrauch in Wien in kg pro Kopf der Bevölkerung Jahr Rind Kalb Schwein Schaf Geflügel Wild um 1750 36 6 9 5 um 1800 52 13 11 8 1850 47 12 10 2 5 1 1910 33 8 26 1 7 1 2010 18 57 1 20 Quelle: Vavra, Elisabeth: Von fleischlichen Genüssen. Tiere als Nahrungslieferanten. In: Historische Sozialkunde 4/2011, S. 22–29, hier S. 23f.  Yordanka Weiss: Weil es die Religion verbietet Als Allesfresser verzehrt der Mensch pflanzliche wie tierische Produkte. Seine Nahrungswahl wird soziokulturell erworben und ist nicht wie bei Tieren vom Instinkt gesteuert. Von der Religion verbotene Nahrungsmittel werden meistens mit dem Gefühl des Ekels assoziiert. Das bekannteste Nahrungstabu ist das Verbot des Schweinefleischverzehrs bei Juden und Muslimen. Quelle: Online-Ausgabe der Wiener Zeitung vom 19.1.2012. Standpunkte. Geschichte und politische Bildung IV 51 Lerneinheit 3: Österreich und die Europäische Union 2 Europa und die Europäische Union Lerneinheit 3 Österreich und die Europäische Union Wir Österreicher/innen gelten zwar als besonders EU-kritisch, dennoch sprechen sich laut einer ÖGfE-Umfrage von 2017 75 % der Befragten dafür aus, dass unser Land Mitglied der EU bleibt. 1994 bei der Volksabstimmung über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union haben 66,6% der Österreicher/innen dafür gestimmt. Ist wirklich alles schlechter geworden oder ist diese Skepsis auf die aktuelle Wirtschaftslage, Medienberichte oder zu wenig Information zurückzuführen? 1 Österreich als Teil der Europäischen Union Schritte zur EU-Mitgliedschaft Wie Österreich heute dastünde, wäre es 1994 nicht der EU beigetreten, ist schwer zu sagen. Dass unser Land – und damit wir alle – zahlreiche Vorteile aus dem Beitritt gezogen hat, kann man jedoch nicht leugnen. Die Frage könnte also lauten: Ü 2.17: Nutzen der EU B Stellen Sie sich diese Frage und finden Sie Antworten, die Sie mit Ihren Mitschülerinnen und Mitschülern diskutieren. Österreichs Weg in die EU – eine Chronologie 1955: Nachdem Österreich den Staatsvertrag erhalten hatte, lag es als neutrales Land mitten im Kalten Krieg am „Eisernen Vorhang“. Weitere Integrationsschritte Richtung Europa mussten mit der UdSSR abgestimmt werden. 1960: GB, die Schweiz, Norwegen, Portugal, Schweden, Dänemark und Österreich gründeten die Freihandelszone EFTA. Mit seinen wichtigsten Außenhandelspartnern Italien und Deutschland hatte Österreich jedoch kein Freihandelsabkommen. Alle SbX-Inhalte zu dieser Lerneinheit finden Sie unter der ID: 4230. Lernen ID: 4231 Ü A B C D E Übungsbeispiel Die unter Ü 2.17 genannte Website nimmt Bezug auf eine Szene aus „Monty Python´s Life of Brian“. Darin geht es um die Frage, was denn die Römer für Palästina eigentlich getan haben. EFTA: European Free Trade Association 50 Standpunkte. Geschichte und politische Bildung IV Üben Sichern Wissen Lernen Sichern Neben dem „institutionellen Dreieck“ – Europäische Kommission, Rat der Europäischen Union und Europäisches Parlament – gibt es noch weitere wichtige Organe, die die Funktionsweise der Union aufrechterhalten. Die Bürger/innen der Union werden im Europäischen Parlament von Abgeordneten vertreten, die in Fraktionen organisiert sind. Alle fünf Jahre finden Parlamentswahlen statt. Das Parlament hat neben der Gesetzgebung noch weitere wichtige Funktionen. Je eine Vertreterin/ein Vertreter jedes Mitgliedstaates auf Ministerebene ist im Rat der Europäischen Union vertreten. Die Aufgaben des Rates sind: Gesetzgebung (gemeinsam mit dem Europäischen Parlament), Exekutive, Kontrollfunktion, gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wahlfunktion. 28 Kommissarinnen und Kommissare, der Kommissionspräsident und der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik bilden die EU-Kommission. Sie sind die „Hüter der Verträge“. Die Staats- und Regierungschefs aller Mitgliedstaaten bilden den Europäischen Rat. Wichtige Institutionen sind weiters: der Europäische Rechungshof, die Europäische Zentralbank und der Europäische Gerichtshof. Die Rechtsquellen der EU sind das primäre und das sekundäre Gemeinschaftsrecht. Weiters gilt das Subsidiaritätsprinzip. Nationales Recht ist dem EU-Recht untergeordnet (nicht jedoch die Grundprinzipien der österreichischen Verfassung). Wissen ID: 4224 Ü W 2.4: EU-Institutionen B C Geben Sie einen knappen Überblick über die wichtigsten Institutionen der EU. Stellen Sie grafisch dar, wie die wichtigsten Institutionen innerhalb der EU zusammenspielen. Charakterisieren Sie zwei dieser Institutionen genauer (Zusammensetzung, Funktionen usw.) und erörtern Sie, welche Rolle diese zukünftig in der Union spielen werden. Argumentieren Sie Ihre Aussagen. Bereiten Sie über eine oder mehrere EU-Institutionen ein Referat vor. Informationen finden Sie beispielsweise unter http://europa.eu/about-eu/institutions-bodies/index_de.htm. W 2.5: Europawahlen D Europaweit lag die Wahlbeteiligung bei Europawahlen 2009 bei nur 43,1 %, 2014 war sie noch geringer. Stellen Sie Vermutungen an, warum das so ist. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Diskussion folgende Aussage zur Europawahl: So werden die Europawahlkämpfe vor allem mit nationalen Themen bestritten. Auch für die Wahlentscheidung der meisten Bürger sind keineswegs europapolitische Themen entscheidend. Vielmehr wird die Europawahl gerne für eine ‚Denkzettelwahl‘ gegenüber nationalen Regierungen genutzt. Quelle: Weidenfeld, Werner: Die Europäische Union. München 2011, S. 111. Kompetenz-Check  K  Ich kann darstellen, wie Entscheidungsprozesse innerhalb der EU ablaufen und wie ich mich als Bürger/in daran beteiligen kann. EU-Organe EU-Parlament Rat der Europäischen Union EU-Kommission weitere Institutionen EU-Recht A B C D E W 2.4 entspricht in entspricht in Inhalt, Aufbau und Aufgabenstellung den Aufgaben, die Sie bei der Reife- und Diplomprüfung erwarten. Informationen zur geringen Wahlbeteiligung bei der EU-Parlamentswahl finden Sie unter der ID: 4224. Ein kurzer Kompetenz-Check, bevor‘s weitergeht! Lerneinheit 3 Österreich und die Europäische Union Info zum Buch Titel E-Book E-Book Solo Material für Lehrpersonen* Standpunkte. Geschichte und politische Bildung II 175810€ 21,93 206017€ 16,36 978-3-7068-6851-8 € 19,90 Standpunkte. Geschichte und politische Bildung III 180790€ 19,51 206058€ 14,56 978-3-7068-6853-2 € 19,90 Standpunkte. Geschichte und politische Bildung IV 185647€ 19,75 206097€ 14,74 978-3-7068-6855-6 € 19,90 * Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl über die Schulbibliothek als Download im jeweiligen Buchtitel verfügbar. E L

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