Katalog BBS 2026/27

55 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG GEOGRAPHIE > Globalwirtschaft, Wirtschaftsgeographie und Volkswirtschaft Das neue Konzept für das Kombinationsfach in der HLW Der Titel ist zugleich das Programm! Dieses Buch bietet die Möglichkeit, sich mit einer Vielzahl von Perspektiven der Wirtschaftsgeographie auseinanderzusetzen. Wissen – Können – Handeln. Globalwirtschaft und Wirtschaftsgeografie HLW Marchart, Oppeker, Spreitzhofer, Wagner Schultyp: 4710 E E-Book Titel E-Book E-Book Solo Wissen – Können – Handeln. Globalwirtschaft und Wirtschaftsgeografie HLW III 180807€ 17,32 206063€ 12,91 Wissen – Können – Handeln. Globalwirtschaft und Wirtschaftsgeografie HLW V 190774€ 18,66 206153€ 13,93 Wissen – Können – Handeln. Globalwirtschaft und Wirtschaftsgeografie HLW III–V 200194€ 31,59 206199€ 23,90 Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl über die Schulbibliothek zugänglich. E Info zum Buch MATERIALIEN S 9SS QSS 8SS e` E,($GI,IZ /$, /,` d,[[G($GCIG [=(,GC/I,? :,C/,I Italien gilt als Musterbeispiel für regionale Disparitäten in einem Staat. Während der Norden hochindustrialisiert ist und zu den Zentralräumen der EU gehört, ist der Süden (Mezzogiorno = Mittag, also Süden) eine der ärmsten Regionen Europas und landwirtschaftlich geprägt. Über Jahrhunderte war hier Großgrundbesitz verbreitet, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch eine Bodenreform abgelöst wurde, die aber nur ansatzweise gelang. Noch im 21.ɌɌJahrhundert leidet der Süden Italiens unter vielfältigen Problemen: •ɋBildungsdefizit, Mangel an Fachkräften •ɋhohe Arbeitslosigkeit, vor allem bei Jugendlichen •ɋgroßer Einfluss krimineller Netzwerke (Mafia, Camorra) •ɋKorruption und hoher Anteil der Schattenwirtschaft •ɋAbwanderung gut ausgebildeter Menschen in den Norden Zwar wurde seit den 1950er-Jahren eine Reihe von Investitions- und Förderprogrammen durchgeführt, doch konnten kaum Verbesserungen erzielt werden. Das liegt einerseits an der ineffizienten Verwaltung, andererseits an der mangelnden Investitionsneigung der Unternehmen und der Abhängigkeit von kriminellen Netzwerken. So ist das Wohlstandsgefälle zum hochentwickelten Norden weiterhin groß: Das Pro-Kopf-Einkommen ist nur halb so hoch wie im nationalen Schnitt, ein Drittel der Bevölkerung ist arm oder armutsgefährdet. . MA 1 Wirtschaftliche Zentren und Peripherien in Europa Wachstumsachse (Blaue Banane) Wachstumspol (EU-Pentagon) europäischer Zentralraum neuer Wachstumsraum (Sun Belt) Übergangsraum Peripherie des Zentrums Zentrum Peripherie Peripherie des Ostens/Südostens extreme Peripherie des Ostens/Südostens außereuropäisches Gebiet Weltwirtschaftszentren Nationale/regionale Zentren 0 400 800 km 200 MA 2 Peripherie im Süden Italiens: Mezzogiorno 37 WIRTSCHAFTSRAUM EUROPA FACHINFORMATION Wirtschaftliche Aktivitäten sind räumlich nicht gleichmäßig verteilt, sondern tendieren zu einer Polarisierung in ungleiche, aber voneinander abhängige Segmente: Zentren und Periphe- •ɋZ entren sind dabei meist die städtischen Ballungsräume, die technisch hoch entwickelt und durch verhältnismäßig großen Wohlstand geprägt sind. Hier befinden sich die Schaltstellen der wirtschaftlichen und politischen Macht. Das Angebot an Arbeitsplätzen ist dicht. Zentren weisen meist eine gute Infrastruktur im Verkehrs- und Kommunikationsbereich auf. •ɋP eripherien sind Randgebiete, die von den Zentren wirtschaftlich und politisch abhängig sind. Hier werden vorwiegend Primärgüter, also agrarische und mineralische Rohstoffe, erzeugt. Im Vergleich zu den Zentren ist die Infrastruktur schlecht ausgebaut, das Angebot an Arbeitsplätzen ist gering oder auf Tätigkeiten beschränkt, die schlecht bezahlt sind („verlängerte Werkbänke“). Wegen dieser Defizite kommt es häufig zur Abwanderung der gut ausgebildeten Bevölkerung in die Zentren („brain drain“). Zentren und Peripherien lassen sich auf allen räumlichen Ebenen unterscheiden: •ɋim weltweiten Vergleich (global), •ɋinnerhalb einer Großregion – beispielsweise zwischen den Kernräumen der Europäischen Union und den weniger entwickelten Agrar- und Bergregionen Süd-und Südosteuropas, •ɋauf der lokalen Stufe – zwischen den Zentren einer Stadt (City) mit ihrer Konzentration auf den tertiären Sektor und den Randzonen (Industrie- und Gewerbezonen, Substandard-Wohngebiete). Der Blick auf ein Satellitenbild, das Europa bei Nacht darstellt, zeigt einen deutlichen Gegensatz zwischen hellen und dunklen Regionen. Auch die Verteilung von Zentren und Peripherien folgt diesem Muster. Die Merkmale der Zentren gleichen sich, die Herausforderungen in den Peripherien sind aber je nach dem historischen, geografischen und politischen Kontext äußerst unterschiedlich. Das Zentrum-Peripherie-Modell Für den bedeutendsten Zentralraum in West- und MitteleuroBlaue Banane geprägt. In dieser Region leben 50Ɍ% der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union. Verwaltungsinstitutionen, politische Organisationen und Zentralen der Finanzmacht sind hier konzentriert: Brüssel (Verwaltungszentrum u. Sitz der Europäischen Union) Frankfurt (Finanzzentrum Deutschlands und Sitz der EuropäStraßburg (Europäisches Parlament, Europarat) •ɋLondon (weltweit bedeutendster Finanzplatz) Auch die Infrastruktur ist gut ausgebaut und weist eine hohe Dichte an hochrangigen Verkehrsverbindungen (Autobahnen, Eisenbahn-Hochleistungsstrecken) auf. Der Sunbelt Europa umfasst einen Korridor entlang des Mittelmeeres von Katalonien über Südfrankreich bis nach Norditalien. Mit ihren Metropolen Barcelona, Marseille und Genua gehören diese Regionen zu den wirtschaftlich stärksten ihrer Staaten und sind mit den Wirtschaftszentren im Binnenland (Mailand, Turin, Lyon) gut verknüpft. Zentren in Europa: Blaue Banane und Sunbelt 2.2 Zentren und Peripherien in Europa NASA aber voneinander abhängige Segmente: Zentren und Periphe rien. •ɋZentren Arbeitsplätzen ist dicht. Zentren weisen meist eine gute Infra •ɋPeripherien sind Randgebiete, die von den Zentren wirt schaftlich und politisch abhängig sind. Hier werden vorwie gend Primärgüter, also agrarische und mineralische Rohstof Für den bedeutendsten Zentralraum in West- und Mitteleuro pa wurde der Begriff leben 50Ɍ% der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Uni •ɋBrüssel (Verwaltungszentrum u. Sitz der Europäischen Union) •ɋFrankfurt (Finanzzentrum Deutschlands und Sitz der Europä ischen Zentralbank) •ɋStraßburg (Europäisches Parlament, Europarat) 36 → Klare und sehr übersichtlich strukturierte Themenseiten → Fragestellungen (Headlines) zu Beginn eines Kapitels → Fachinformationen übersichtlich und kompakt → Fallbeispiele mit konkreten Situationen → eigener Materialteil → Kompetenztrainings mit vielen Übungsaufgaben und Kompetenzcheck am Ende eines jeden Kapitels → Methodenseiten → Auf dem Weg zur Matura im Anhang mit exemplarischen Aufgaben für die Reife- und Diplomprüfung

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