51 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG GEOGRAPHIE > Internationale Wirtschafts- und Kulturräume Perspektiven und Einsichten in die Welt von heute In diesem Schulbuch ist es gelungen, die fächerübergreifenden Inhalte aus Geographie/Wirtschaftsgeographie und Geschichte/Wirtschafts- und Sozialgeschichte kompakt und übersichtlich darzustellen. → Vernetzende Sichtweise, interdisziplinäre Ansätze und Einordnungen in größere Zusammenhänge sind die Leitideen des Buches. → Arbeitsaufgaben in verschiedenen Anforderungsbereichen und Kompetenzchecks am Ende der einzelnen Kapitel ergänzen die Informationstexte. → Der Einsatz von mobilen Lernbegleitern (Smartphone, Tablet) wird durch zahlreiche Internet-Links und QRCodes unterstützt. → Im Anhang werden exemplarisch Aufgaben angeboten, wie sie in ähnlicher Form bei der Reife- und Diplomprüfung in den Wahlfächern Geographie/IWK und Geschichte/IWK zu erwarten sind. Wissen – Können – Handeln. Internationale Wirtschafts- und Kulturräume Marchart, Spreitzhofer, Wagner Schultyp: 4600 E E-Book Titel E-Book E-Book Solo Wissen – Können – Handeln. Internationale Wirtschafts- und Kulturräume HAK Jg. 5 185743€ 18,27 206118€ 13,63 E Info zum Buch 2 Globale Verflechtungen Subventionen für Agrarprodukte: Ein zynisches Spiel Die USA sind der größte Baumwollexporteur der Welt, weil sie den heimischen Anbau (25 000 Baumwollfarmen) mit über vier Mrd. USD jährlich subventionieren. Trotz der vollautomatisierten Ernte sind die Produktionskosten doppelt so hoch wie in Westafrika. Die Produktion von Baumwolle in Burkina Faso kostet dagegen gerade ein Viertel davon, ist aber am Weltmarkt zu realistischen Preisen unverkäuflich. Dort leben etwa zwei Millionen Menschen von der Baumwollproduktion, die Hälfte von ihnen unterhalb der Armutsgrenze. Um dennoch verkaufen zu können, sinken die Preise und die Ware wird verschleudert – und wieder rutschen Hunderttausende unter die Armutsgrenze. Für Zucker und Fleisch gelten ähnliche Spielregeln der EU … earthlink e.V. (tinyurl.com/yau3ml5c, 12. tinyurl.com/yau3ml5c, 12. 6. 2018) IWK–Basics: Rohstoffe und Ressourcen Als Ressourcen gelten natürliche Rohstoffe, aber auch Bodenflächen, Wasser, Luft und Energiequellen. Oft werden darunter auch Arbeitskräfte, Fachwissen (geistige Ressourcen, Know-How), und finanzielle Mittel (Kapital, Geld) verstanden. Ressourcen dienen also sowohl zur Herstellung von Sachgütern wie auch zur Erbringung von Dienstleistungen. Ressourcen Rohstoffe Wald Holz Gewässer Fische; Wasser Lagerstätten von Erdöl gefördertes Rohöl Rinder Fleisch; Haut; Dung (Dünger, Brennstoff) Der Begriff „Ressource“ wird jedoch oft auch als Synonym für natürliche Rohstoffe verwendet. •Sie dienen zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen (Beispiel: Kupfer und Zinn für Bronzegefäße) oder Energieerzeugung dienen (Beispiel: Holz zum Heizen); •Sie werden als Ausgangsmaterialien für einen Produktionsprozess benötigt (Beispiel: Kohle und Eisenerz, um Stahl für den Maschinenbau zu erzeugen). nach natürlichen Eigenschaften • organisch/biotisch – anorganisch/abiotisch nach Regenerierbarkeit • regenerativ (sich erneuernd oder nachwachsend), z.B. – Holz, Naturkautschuk, u. a. (Forstwirtschaft) –Baumwolle, Jute, u.a. (Landwirtschaft) –Leder, Wolle, u.a. (Viehzucht) –Trinkwasser, Humus, Luft • nicht-regenerativ, z.B. –mineralische und metallische Rohstoffe –fossile Energierohstoffe (Gas, Kohle, Öl) nach Herkunft • Biosphäre (pflanzliche Rohstoffe u. a.) • Lithosphäre (Erze, u. a.) • Hydrosphäre (Fisch, u.a.) nach Verwendungszweck • Energiegewinnung • Ernährung • technische Produktion und Alltagsgebrauch Tab.41.1: Einteilung von Rohstoffen Rohstoffhunger macht gierig: Ressourcen verursachen Konflikte Die Bedeutung aller Rohstoffe ist dem Wandel der Zeit unterworfen: Manche können mittlerweile synthetisch produziert (z.B. Kautschuk) oder durch wirkungsähnliche Materialien ersetzt (z.B. Baumwolle) werden, andere entsprechen nicht mehr den Ernährungsidealen der Gegenwart (z. B. Zucker). Die Weltmarktpreise vieler (vor allem agrarischer) Rohstoffe sind seit Mitte der 1970er Jahre insgesamt sinkend. Hauptursache für den Preisverfall war die Sättigung der Märkte, da viele Länder des Südens immer mehr exportieren mussten, um ihre Schulden zu tilgen. Viele spezialisierten sich auf zwei oder drei Grundstoffe, von denen sie abhängig wurden – bei gegenseitiger Konkurrenz, welche die Preise noch weiter sinken ließen. 41 '&$%(!#'"'") 1) Erstellen Sie eine Liste von Rohstoffen, die für einzelne Geschichtsepochen Europas wesentlich waren: Bronzezeit, Römisches Imperium, Völkerwanderung, Mittelalter, Zeitalter der Entdeckungen, Industriezeitalter 2) Ordnen Sie die folgenden Rohstoffe nach den vier Einteilungskriterien von Tab.41.1.: Edelsteine, Erdgas, Häute, Holz, Pflanzenfasern, Salz, Seide, Steinkohle, Wolle. Aus welchen Regionen kommen diese Rohstoffe vorwiegend? Auf welchen Handelsrouten und mit welchen Verkehrsmitteln werden sie nach Europa transportiert? 3) Welche pflanzlichen und mineralischen Rohstoffe fanden die europäischen Kolonialmächte in ihren Kolonien vor? Erstellen Sie eine Auflistung mithilfe der Wirtschaftskarten im Atlas. 2 Globale Verflechtungen 2. 4. 1 Rohstoffe und Ressourcen Vom Feuerstein zur Pipeline: Rohstoff ist Macht Die Anfänge des Bergbaus gehen bis in die Jungsteinzeit zurück, als Feuerstein bergmännisch gewonnen wurde. Die Erzgewinnung (Kupfer, Eisen) begann vor etwa 6 000 Jahren, Kohle wird ab der Industriellen Revolution bedeutsam: Die ersten Industriestädte des 17. Jahrhunderts entstanden rund um die Kohlevorkommen, doch nicht überall bildeten Ressourcen den Grundstein zu dauerhafter Entwicklung. Die Jagd nach Gold etwa ließ im Nordamerika und Australien des 19. Jahrhunderts Boomtowns entstehen, die ebenso schnell wieder verschwanden. Bis zum Beginn internationaler Handelsvernetzungen lag die Macht zumeist dort, wo mineralische Rohstoffe (Bodenschätze) zu finden waren: Rohstoffe schafften Reichtum, und dieser Reichtum ermöglichte Bildung und Innovation – doch nicht für die große Bevölkerungsmehrheit, für die der Kapitalismus der Manchester-Schule der vorindustriellen Anfänge wenig Wohlstand brachte. Die Kolonialisierung weiter Teile Asiens, Afrikas und Lateinamerikas verschaffte den europäischen Kolonialmächten ab dem 18.Jahrhundert nicht nur Zugriff zu mineralischen Rohstoffen. Viele der bedeutendsten pflanzlichen Ressourcen jener Zeit, die klimabedingt in Europa nicht gedeihen konnten, wurden zu agrarischen Handelsgütern von unschätzbarem Wert: Gewürze und Tee aus Indien und Indonesien, Baumwolle aus Ägypten, Zucker aus der Karibik, Kaffee aus Ostafrika. Die alten Handelsnetze sind auch nach der Unabhängigkeit der meisten dieser Staaten nicht völlig gerissen, denn sie erzielen immer noch mit Grundstoffen über ein Drittel ihrer Deviseneinnahmen. Die Industrieländer verlangen für Rohstoffe aus Entwicklungsländern praktisch keine Einfuhrzölle, sodass eine Weiterverarbeitung der Rohstoffe in den Herkunftsländern meist unterbleibt. Im Gegensatz dazu schützen sich die USA und die EU mit hohen Einfuhrzöllen vor dem Import weiterverarbeiteter Produkte. UMenschen brauchen Rohstoffe, um ihr Leben gestalten zu können. Doch nicht nur die Bedürfnisse wechseln von Generation zu Generation, sondern auch Angebot und Nachfrage. Seit Jahrtausenden bestimmen Erfindungsgabe und Erfahrung der Menschen, welche Stoffe nutzbar, nötig oder lebenswichtig für die jeweilige Epoche sind. Die Manchester-Schule (Manchester-Kapitalismus bezeichnet eine Politik, die weitgehend auf Kräfte des Marktes vertraut. Sie stellt eine Extremform des wirtschaftlichen Liberalismus dar, welche jedoch heute weltweit vorherrscht. 2.4 Ressourcen, Mobilität, Umwelt und Energie Abb.40.1: Entwicklung der Rohstoffpreise (auf US-Dollar-Basis) 2009 2011 2013 2015 2017 35 75 115 155 195 235 Gesamtindex Rohöl Industrierohstoffe Nahrungs- und Genusssmittel 2018) 40.2: Rohstoffe und Ressourcen Darkone/ Public Domain 40 2013 2015 HWWI-Rohstoffpreisindex , 12. 6. 2018) 3 Weltwirtschaft und Wirtschaftspolitik von landwirtschaftlichen Produkten aus den Schwellen- und Entwicklungsländern abschotten wollen. Dies gilt vor allem für Baumwolle (USA), Zucker (EU) und Reis (Japan). Auf der anderen Seite stehen Schwellenländer wie Brasilien, China, Indien und Südafrika. Ihr Hauptinteresse ist eine weitere Liberalisierung im Welthandel, damit sie einen besseren Zugang zu den Märkten der Industriestaaten erhalten. Dazwischen drohen die zahlreichen Entwicklungsländer zerrieben zu werden, die große Probleme haben und keine einheitliche Strategie verfolgen. Zudem haben sie gegenüber den mächtigen anderen Gruppen kaum eine Chance zur Durchsetzung ihrer Interessen. Porträt: John Maynard Keynes John Maynard Keynes (1883–1946), englischer Nationalökonom, gilt als einer der bedeutendsten Wirtschaftstheoretiker des 20.Jahrhunderts. Sein Hauptwerk "The General Theory of Employment, Interest and Money" (1936) legte den Grundstein zu einer Neuausrichtung der Wirtschaftstheorie, die bis dahin von der selbstheilenden Kraft freier Märkte ausgegangen war und staatliche Eingriffe in den Wirtschaftsablauf ablehnte. Diese Haltung wurde durch die lang anhaltende hohe Arbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre erschüttert. Keynes lieferte eine schlüssige Erklärung dafür, dass die Wirtschaft in einem Zustand des Gleichgewichts bei Unterbeschäftigung verharrte: Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage war zu gering, um Unternehmen zu einer Ausdehnung der Produktion und damit zu Investitionen und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze anzuregen. Keynes schlug vor, der Staat sollte den Mangel an privater Nachfrage durch eigene Ausgabenprogramme ausgleichen. Als Instrumente hierfür empfahl er: • steuerliche Vergünstigungen für Unternehmen beim Erwerb von Investitionsgütern • allgemeine Steuersenkung zur Förderung des privaten Konsums • Investitionen des Staates selbst – z. B durch Aufträge zum Bau von Straßen, Kranken häusern und Schulen. Der nun eingreifende Multiplikatoreffekt würde die Einkommen vervielfachen, indem nun alle beteiligten Unternehmen Arbeit hätten, Löhne zahlten, die größtenteils wieder in den Konsum fließen und so mit einer Verzögerung auch die Nachfrage nach Investitionsgütern beleben würden. 1920 bis 1946 war Keynes Professor am King’s College in Cambridge. An der Schöpfung der Weltwährungsordnung, die 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods beschlossen wurde, war er maßgeblich beteiligt. Wie nur wenige Theorien beeinflusste die Lehre von Keynes das zeitgenössische Denken. Der Keynesianismus wurde an den Universitäten beherrschende Doktrin und prägte bis Anfang der 1970er Jahre die Wirtschaftspolitik fast aller westlichen Industrienationen. Er verhalf dort zum Aufschwung, wo die zentrale Keynes’sche Prämisse zutraf: Arbeitslosigkeit aufgrund fehlender gesamtwirtschaftlicher Nachfrage. www.wissen.de IWK–Basics: Internationale Finanzinstitutionen Weltbank: umfasst die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie die Internationale Entwicklungsorganisation (Sitz: Washington, D.C.) Aufgabe: Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung von weniger entwickelten Mitgliedsländern durch finanzielle und technische Hilfe. Dafür werden langfristige Kredite zu günstigen Konditionen vergeben. Publikation: Weltentwicklungsbericht Internationaler Währungsfonds (IWF):Schwesterorganisation der Weltbank, Sonderorganisation der UN. Aufgabe: Vergabe von Krediten an Länder, die in Zahlungsbilanzschwierigkeiten gekommen sind. Kreditvergabe ist an wirtschaftspolitische Bedingungen geknüpft. Welthandelsorganisation (WTO): Zwischenstaatliche Organisation als Schiedsrichter im internationalen Handel, Sonderorganisation der UN (Sitz: Genf). Aufgabe: Forum für internationale Verhandlungen, Streitschlichtung bei zwischenstaatlichen Handelskonflikten. Ziel: internationale Handelsbeziehungen durch bindende Regelungen auf der Basis des Freihandels zu organisieren: Mitglieder: 163 Staaten, die EU ist als einzige internationale Organisation durch die Kommission vertreten. Abb.71.2: Mitgliedsstaaten der WTO 8>ZU\"M$;U_";&^")*)? 8>ZUJ)COQM$;)? 8>ZU_";&^")*)? `)"E) KE&QO)E Wikipedia, 12.06.18 Abb.71 1: John Maynard Keynes Bildrecht.at 71 '&$%(!#'"'") 1) Stellen Sie fest, welche Gruppe von Staaten Mitglieder der WTO sind, welche Staaten nur Beobachterstatus haben und welche Staaten nicht Mitglieder sind. 2) Beschreiben Sie, in welcher Form die EU-Mitglieder in der WTO vertreten sind. 3) Recherchieren Sie im Internet über Ziele und Konzept von Weltbank und WTO. Analysieren Sie auch, welche Kritik an der Kreditvergabe geübt wird. 4) Diskutieren Sie über die Folgen der von Keynes vertretenen Politik. Berücksichtigen Sie vor allem die Faktoren Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung. 3 Weltwirtschaft und Wirtschaftspolitik 3.2 Akteure der Weltwirtschaft WTO und EU – ein spezielles Verhältnis Zusätzlich zu den einzelnen Mitgliedsstaaten ist auch die Europäische Union Mitglied der WTO. Sie vertritt die im Zuge der Gemeinsamen Handelspolitik abgestimmten Interessen aller Mitgliedsstaaten. Die Verhandlung wird vom Kommissar oder der Kommissarin für den Außenhandel geführt, es werden aber auch oft Vertreter und Vertreterinnen der einzelnen Mitgliedsländer entsandt. Beschlüsse werden bei der WTO üblicherweise im Konsens gefasst. Findet eine Mehrheitsentscheidung statt, übt die EU das Stimmrecht für alle ihre Mitglieder aus, hat also 28 Stimmen (ab März 2019 27 Stimmen). Die heutige Struktur der Weltwirtschaft hat sich seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet. Ausgangspunkt war die Konferenz vonBretton Woods, wo im Jahr 1944 die Grundlagen für ein internationales Währungssystem geschaffen wurden. Als Teilnehmende waren Delegierte von 44 Nationen anwesend, darunter die USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich und viele heutige Entwicklungsländer. Nach den Ideen des britischen Ökonomen John Maynard Keynes wurde ein internationales Währungssystem mit festen Wechselkursen geschaffen. Der US-Dollar wurde zur internationalen Leitwährung und an den Goldpreis gekoppelt. Gleichzeitig wurden neue Institutionen geschaffen: Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) wurden zeitgleich im Jahr 1945 gegründet und haben beide ihren Sitz in Washington, D.C. (USA). Hatten diese Institutionen ursprünglich das Ziel, den Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Staaten zu finanzieren, so geht es heute vor allem um die wirtschaftliche Unterstützung von weniger entwickelten Staaten durch finanzielle und technische Hilfen sowie Beratung. Der wachsende Welthandel, die damit zunehmende US-Dollarmenge bei gleichbleibend hohen Goldreserven und die steigende passive Handelsbilanz der USA, für die unter anderem der Vietnamkrieg mitverantwortlich war, führten dazu, dass das System der festen Wechselkurse und die Bindung des US-Dollars an den Goldpreis in den 1970er Jahren aufgegeben werden mussten. Seitdem gibt es zwischen den großen Weltwährungen flexible Wechselkurse mit starken Schwankungen. Um die Nachteile auszugleichen, schlossen sich die Staaten der damaligen Europäischen Gemeinschaft (heute: Europäische Union) zum Europäischen Währungssystem (EWS) zusammen. Eine weitere wichtige Institution ist die Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization). Sie wurde 1995 gegründet und sieht ihre Kernaufgabe in der Liberalisierung des Welthandels durch den Abbau von Handelshemmnissen. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, ihre nationalen Gesetze an die Verpflichtungen aus den Welthandelsverträgen anzupassen. Die WTO besteht aus drei Vertragspfeilern: • GATT (General Agreement on Tariffs and Trade = Internationales Zoll- und Handelsabkommen): regelt den internationalen Warenverkehr; • GATS (General Agreement on Services): regelt den Dienstleistungssektor (z.B. Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Luftverkehr); • TRIPS (Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights): regelt den Schutz des geistigen Eigentums (z.B. Urheberrechte). Die Anstrengungen zu einer weiteren Liberalisierung des Welthandels werden auf WTO-Konferenzen verhandelt. Hauptstreitpunkt zwischen den verschiedenen Interessensgruppen ist der Agrarsektor. Auf der einen Seite stehen die Industrieländer, die ihre Landwirtschaft mit Exportsubventionen und Einfuhrzöllen gegen den Import UZu durchschauen, wer in der Wirtschaft das Sagen hat, ist alles andere als einfach. Zu kompliziert sind die Strukturen, und zudem kursieren jede Menge an Verschwörungstheorien. Dem gilt es mit fundierten Tatsachen entgegenzutreten. Jedenfalls überlagern sich Staaten, regionale Kooperationen und international tätige Unternehmen als Akteure der Weltwirtschaft. 3. 2. 1 Globale Organisationen – die Architektur der Weltwirtschaft Bretton Woods: Ferienort in New Hampshire (USA), bekannt durch die 1944 dort abgehaltene internationale Konferenz. Europäisches Währungssystem (EWS): ein im Jahr 1979 von den Staaten der damaligen Europäischen Gemeinschaft errichtete Form der währungspolitischen Zusammenarbeit. Damit wurden die einzelnen Währungen mit einem Wechselkursmechanismus aneinander gebunden. 70
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