Katalog BBS 2026/27

50 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG GEOGRAPHIE > Geographie (Wirtschaftsgeographie) Wissen – Können – Handeln. Der Titel ist Programm – alle drei Kompetenzbereiche werden gleichberechtigt behandelt. Mit diesem Schulbuch ist es gelungen, den umfangreichen Stoff kompakt zu präsentieren und den Transfer in das pädagogische Umfeld zu gewährleisten. → Die Kapitel beginnen mit einer zusammenfassenden Übersicht, der folgende erklärende Text ist in kürzere Lese- und Lernabschnitte gegliedert. → Kompetenztrainings-Einheiten erfüllen die Bildungsstandards und Kompetenzorientierung und führen in den Unterrichtsalltag. → Berücksichtigung des „Transfers in das pädagogische Berufsfeld“ mit eigenen Aufgabenseiten → „Wie???“-Methodenseiten ermöglichen das schrittweise Erlernen von geographisch relevanten Forschungsmethoden. → „Geo-Basics“ (Erklärungen von Fachausdrücken), „Geo-Facts“ und „Infotext“, Quellen und Arbeitstexte bieten zusätzliche Informationen. → Praktischer Doppelband für den 1. und 2. Jahrgang Wissen – Können – Handeln. Geografie Spreitzhofer, Wagner Schultyp: 3600; 4600 E E-Book Titel E-Book E-Book Solo Wissen – Können – Handeln. Geografie HAS Kl. 1/2 170489€ 19,28 205985€ 14,40 Wissen – Können – Handeln. Geografie HAK Jg. 1/2 170488€ 20,51 205984€ 15,31 Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl über die Schulbibliothek zugänglich. E Info zum Buch 3 Eine Welt? W=SW8 RhG)K W8SC? RhG)K C?SAX RhG)K AXSA9 RhG)K A9S?; RhG)K l%)eG(eG.F''(h@'K) The World Factbook, tinyurl.com/o6p2bqq, 7. tinyurl.com/o6p2bqq, 7. 10. 2015) %.'K) WX WXS=X =WSWXX WXWSCXX CXWS=XX <gK) =XX kF.!-G.K)ZF..K. ,)- B>c Abb. 79.1: Bevölkerungsdichte weltweit Abb. 79.2: Durchschnittsalter der Bevölkerung weltweit Anteile an der Weltbevölkerung in % 0 10 20 1800 1850 1900 1950 2000 2050 2150 Europa 0 5 10 1800 1850 1900 1950 2000 2050 2150 Nordamerika 0 5 10 1800 1850 1900 1950 2000 2050 2150 Lateinamerika 0 10 20 1800 1850 1900 1950 2000 2050 2150 Afrika 0 10 20 30 40 50 60 1800 1850 1900 1950 2000 2050 2150 Asien 0 5 1800 1850 1900 1950 2000 2050 2150 Ozeanien Abb. 79.3: Änderung der Anteile an der Weltbevölkerung Atlas der Globalisierung 2009, S. 14 Wikipedia (tinyurl.com/39k938t, 7. 10. 2015) 1) Geben Sie an, welche Teile der Erde dicht besiedelt sind, welche nur dünn! Nennen Sie mögliche Ursachen. 2) Ergänzen mithilfe von Abb. 79.1–3 Sie den folgenden Lückentext: Der Anteil Europas an der Weltbevölkerung lag 1900 noch bei ___%., wird bis 2050 aber auf ____ % fallen. In fast allen Staaten Europas liegt das Durchschnittsalter der Menschen bei über _____ Jahren, in den meisten anderen Industriestaaten der Erde (USA, ____________, ____________ oder etwa ____________) nur geringfügig niedriger. Der Anteil Nordamerikas lag 1950 noch bei ____ % und sinkt seither stetig. Auch in Lateinamerika hat das Wachstum seit 2000 deutlich nachgelassen und wird bis 2050 nur geringfügig auf etwa ____% steigen. Die jüngsten Länder liegen in Mittelamerika, zum Beispiel ____________ und ____________ Das stärkste Wachstum weltweit lässt sich derzeit in Afrika beobachten, wo 2050 rund ____% der Weltbevölkerung leben werden: Das Durchschnittsalter in den meisten Staaten liegt derzeit bei ____ Jahren und ist nur in Südafrika und Nordafrika (Marokko, ______ oder etwa ____________) höher. In Asien geht der Anstieg seit dem Jahr ____ zurück, dennoch werden dort 2050 immer noch über____ % der Weltbevölkerung leben. Aufgrund der Ein-Kind-Politik wird auch das bevölkerungsreichste Land der Erde, die Volksrepublik ____, immer älter. Sehr junge Bevölkerung gibt es vor allem in den dünn besiedelten Staaten Westasiens (Jemen, _____ oder _____). %#+ ' (*)",",% 79 3 Eine Welt? 3 Eine Welt? &""" ,""" 1""" 9""" ';?6=:6 AB75?: 1"" &"" !,"" !9"" 9""" 2E? ';?6=:6 AB75?: H<3; ';?6=:6 AB75?: , 0 1 4 9 !.?D# /-:% @:B6HGB6: 85H>% @:B6HGB6: $6=BHGB6: *B5GB6: .6::B-%@:B6HGB6: +?EHGBGB6: .6::B-<-:B? FB=:% 5HD ';E-B?<% $C6DB)6BH ( .?D# Abb. 78.1: Das globale Bevölkerungswachstum TITELBILD Robert Romano/Jos van Zetten/ Shubert Ciencia/Liz Roll UBevölkerungsexplosion in den Staaten des Südens – Überalterung und Kinderschwund hierzulande: So unterschiedlich präsentiert sich das Bild von der Entwicklung der Weltbevölkerung. Überall auf der Welt ist die Familie die Keimzelle des menschlichen Lebens. Mit der rasanten Entwicklung der Menschheit sind aber auch die traditionellen Rollenbilder von Frauen und Männern ins Wanken geraten. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die über sieben Milliarden Menschen könnten unterschiedlicher nicht sein. In der Verteilung und Entwicklung der Bevölkerung gibt es weltweit große Unterschiede. Bei aller regionaler Vielfalt lassen sich dennoch einige grundlegende Gesetzmäßigkeiten erkennen: • Das Bevölkerungswachstum konzentriert sich auf die Entwicklungsländer, wenn auch mit beträchtlichen regionalen Unterschieden. In den Industrieländern, besonders in Europa und in Japan, ist das Wachstum seit Ende des 20. Jahrhunderts zum Stillstand gekommen. • Auch im Altersaufbau zeigt sich dieses zweigeteilte Bild: In den reichen Ländern des Nordens führt die steigende Lebenserwartung zu einer Überalterung der Bevölkerung. In den armen Ländern des Südens hingegen, wo die Bevölkerung besonders stark anwächst, ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen besonders hoch. Vor 12 000 Jahren lebten auf der Erde zwischen 5 und 10 Mio. Menschen – also etwa so viele wie jetzt allein in Österreich. Vor 2000 Jahren waren es bereits 300Millionen. Verdienten die Menschen zunächst ihren Lebensunterhalt durch Jagen von Tieren und Sammeln von Pflanzen, so wurden sie später sesshaft und betrieben Ackerbau und Viehzucht. So konnten sie wesentlich mehr Nahrungsmittel als ihre nomadischen Vorfahren produzieren. Das war die Grundlage für den ersten Schub des Bevölkerungswachstums in der Geschichte der Menschheit. Danach gab es weitere Zuwächse, aber auch erhebliche Bevölkerungsrückgänge, etwa durch Epidemien, Hungerkatastrophen, Klimaschwankungen und Verwüstungen infolge von Kriegen. Erst ab dem 18. Jahrhundert beschleunigte sich das Wachstum wieder deutlich. Wichtigste Ursachen für diesen rascheren Anstieg der Bevölkerungszahl waren die industrielle Revolution sowie beträchtliche Steigerungen in der landwirtschaftlichen Produktion. Momentan wächst die Weltbevölkerung etwa alle 12 Jahre um eine weitere Milliarde; Mitte 2014 lebten über 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde. Geo-Basics: Bevölkerung = Einwohner/innen eines Staates, Bundeslandes oder einer Gemeinde. Die Größe der Bevölkerung ändert sich auf Grund von Geburten und Sterbefällen (natürliche Bevölkerungsbewegung) sowie Ein- und Auswanderung (Wanderungsbewegung). Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit sind die wichtigsten Merkmale, nach denen eine Bevölkerung gegliedert wird. Demografie = Bevölkerungswissenschaft; befasst sich mit der Veränderung und Entwicklung der Bevölkerung und untersucht deren Ursachen und Folgen. Geburtenrate = Anzahl der Lebendgeborenen pro 1000 Menschen in einem bestimmten Gebiet, bezogen auf ein Jahr (ausgedrückt in Promille). Sterberate = Anzahl der Gestorbenen pro 1000 Menschen in einem bestimmten Gebiet, bezogen auf ein Jahr (ausgedrückt in Promille). Die Wachstumsrate gibt die durchschnittliche jährliche Veränderung der Bevölkerung an (meist in Promille). Bevölkerungsdichte = Anzahl der Einwohner/innen pro km². 3.1 Wie sich die Weltbevölkerung verändert 3.1.1 Ein zwiespältiges Bild 78 5. Wirtschaftsraum Europa Deutschland 9 223 Vereinigtes Kgr. 5 625 Italien 4 534 Niederlande 1 833 Belgien 1 466 Schweden 1 211 Österreich 677 Dänemark 615 Finnland 300 Luxemburg 42 Frankreich 4 534 Zypern 11 Malta 53 Slowakei 350 Slowenien 424 Estland 672 Lettland 674 Irland 803 Bulgarien 896 Rumänien 1245 Litauen 1358 Tschechien 2080 Portugal 2622 Ungarn 2784 Griechenland 3597 Spanien 4101 Polen 8427 Zahler Empfänger Nettobeträge 2010 in Millionen Euro Abb. 181.1: EU-Zahler und Empfänger Abb. 181.3: Wales: EU-Fördergebiet mit extensiver Schafzucht Helmut Wagner, Mautern 5.3.5. Agrarpolitik Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wurde bereits in den 1960er Jahren als einheitlicher Markt für Landwirtschaft und Lebensmittel eingeführt. Anfangs war sie durchaus ein Erfolg, denn zunächst galt es, die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Doch seit den 1990er Jahren häuften sich die Probleme: Nachrichten von Butterbergen, Milchseen und riesigen Tierfabriken waren Hinweise auf eine Überproduktion, die mit teuren Subventionen und garantierten Preisen gestützt wird. Trotz mehrerer Reformversuche ist die GAP noch immer das große Sorgenkind der EU. Knapp die Hälfte der gesamten Ausgaben des EU-Haushalts fließt in die Landwirtschaft und die Förderung jener Regionen, in denen die Landwirtschaft dominiert. In Hinkunft sollen die Förderungen mit bestimmten Kriterien verknüpft werden: Angebaut sollen nicht solche Produkte werden, für die es hohe Stützungszahlungen gibt (z. B. Zuckerrüben), sondern für die es einen hohen Bedarf gibt. Fördergelder fließen vor allem, wenn die bäuerlichen Betriebe auch noch die Umwelt schützen, ihre Tiere artgerecht halten und hochwertige Nahrungsmittel produzieren. Kompetenzcheck: Ich kann die Gründungsidee und die Vision der EU beschreiben. Ich kann die Symbole der EU nennen und ihre Bedeutung erklären. Ich kann die wichtigsten Meilensteine und Stolpersteine in der Entwicklung der EU aufzählen. Ich kann die Bedeutung von Kommission, Parlament und Rat im Entscheidungsprozess der EU erklären. Ich kann die vier Freiheiten des Binnenmarktes nennen und ihre Bedeutung an konkreten Beispielen erläutern. Ich kann die räumlichen Disparitäten in der EU beschreiben und Ursachen angeben. Ich kann Beispiele für Nettozahler und Nettoempfänger in der EU angeben. Ich kann die Probleme und Ziele der Agrarpolitik beschreiben. 1) Nennen Sie die größten Nettozahler und Nettoempfänger in der EU. 2) Suchen Sie nach einer Begründung dafür, warum bestimmte Staaten zu den größten Zahlern bzw. Empfängern gehören. %#+ ' (*)",",% de.statista.com/statistik/daten/studie/38139/umfrage/ nettozahler-und-nettoempfaengerlaender-in-der-eu/ 181 5. Wirtschaftsraum Europa n)%''-F.@h.L(,)-L%B' ,)- kF.!-G.K)ZF. Qh%IB)hI'('h.Lh)L( bQQ3a (F.L KF.K 4KeGK.KF.GKF'_ !K@eGK LFK %.'K)(eGFKL] @FeGK. 5)KF(.F#Kh%( F. LK. KF.\K@.K. 3'hh'K. gK)<eB(FeG'FH' %.L LhGK) KF.K. h%((hHKB)DI'FHK)K. 0K)H@KFeG K)@h%g' h@( LK) LF)KB'K 0K)H@KFeG LK) KF.\K@.K. nT5]0-@%>K.[ k1]C:$iWXX b.heG Qh%IB)hI'('h.Lh)L(a BKF.K lh'K. #K)I<Hgh) WXW gF( WC= :; gF( WXX =X gF( := "WC= & =X lh'K.+%K@@K7 k%)-('h' CXWC Obwohl die Europäische Union zu den reichsten Regionen der Welt zählt, gibt es erhebliche Disparitäten im Hinblick auf die Wirtschaftskraft ihrer Bewohner/ innen Die Ursachen dafür sind vielfältig und können entweder mit Entwicklungsrückstand einiger Regionen, abgeschiedenen Lage oder mit wirtschaftlichem Niedergang infolge des industriellen Strukturwandels begründet werden. Schon vor der großen Erweiterungsrunde 2004/2007 gab es in der EU der 15 enorme Unterschiede. Zu den wirtschaftlichen Kernräumen der Union zählen die Beneluxstaaten, Teile Frankreichs, Deutschlands und Norditaliens. Sie hatten schon immer ein höheres Pro-Kopf-Einkommen und eine bessere Infrastruktur. Im Gegensatz dazu gehören vor allem die ländlichen Regionen in Portugal, Spanien, Süditalien und Griechenland zu den Problemregionen mit hoher Arbeitslosigkeit und einer noch sehr traditionellen Wirtschaftsstruktur. Geo-Basics: Disparitäten Ungleiche Lebensbedingungen inner-halb eines genau definierten Raumes in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht (Arbeitsplätze, Dienstleistungen, Infrastruktur). Disparitäten gibt es auf jeder räumlichen Ebene: regional, national und supranational (also innerhalb der EU). Abb. 180.1: Das Wohlstandsgefälle in der EU Mit dem Beitritt zahlreicher mittel- und osteuropäischer Staaten sind neue Ungleichheiten hinzugekommen. Sie beruhen auf langfristigen Benachteiligungen durch die Jahrzehnte dauernde Abschottung von Westeuropa, hängen aber auch mit der Entstehung neuer Zentralräume und rückständiger Peripherien zusammen. Zum Ausgleich dieser Disparitäten hat die EU ein eigenes Instrument geschaffen: die Regionalpolitik. In einen speziellen Fonds zahlen die reichen Staaten mehr, die weniger wohlhabenden Länder entsprechend weniger ein. Mit diesen Mitteln wird vor allem die Regionalentwicklung in benachteiligten Gebieten gefördert. Aber auch soziale Hilfen werden unterstützt. Österreich gehört als einer der reichsten Staaten der EU zu den „Nettozahlern”. Ein Großteil der Beiträge fließt aber als Beihilfen, vor allem für ländliche Regionen und im Bereich des Europäischen Sozialfonds (ESF) wieder nach Österreich zurück. 5.3.4. Disparitäten – Herausforderungen der Regionalpolitik 1) Nennen Sie jene Regionen in der EU, die das höchste Wohlstandsniveau aufweisen (Abb. 180.1). 2) Beschreiben Sie, wo die ärmsten Regionen liegen. Geben Sie eine Begründung aufgrund der Wirtschaftsstruktur. Verwenden Sie dazu eine entsprechende thematische Karte (Atlas). %#+ ' (*)",",% 180

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