47 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG ETHIK > Ethik BMS Ethik für die BMS Bei sämtlichen Inhalten wird auf sprachbewusste Vermittlung, unterstützt durch Begriffserklärungen und Infografiken, großer Wert gelegt. Speziell gekennzeichnete Übungen bieten Impulse zu den verschiedenen Berufsfeldern der BMS. Neues erfahren und ins Tun kommen Die Inhalte werden in kleinschrittigen Lerneinheiten mit Fokus auf Anwendung des Erarbeiteten vermittelt. Besonders gekennzeichnete „AHA-Übungen“ bieten Anregungen zur Reflexion der Inhalte in Bezug auf die eigene Person. Ethik BMS Bucher, Maier, Meysel, Palm-Thaler Schultyp: 3100; 3600; 3710; 3730 E E-Book L Material für Lehrpersonen Ü 3.16 Stereotype Lesen Sie die Stereotype zu Männern/Frauen und zu verschiedenen Nationalitäten. Ergänzen Sie weitere Stereotype, von denen Sie gehört haben. Deutsche haben keinen Humor. 2 Männer hören nicht zu. 4 9 Schweizer sind pünktlich. 3 8 Italiener sind Machos. 6 Frauen können nicht einparken. 1 Juden haben viel Geld. 5 7 Nehmen Sie zu den verschiedenen Stereotypen Stellung: Welche Erfahrungen haben Sie zu dem Thema gemacht? 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Ü 3.17 Vorurteile Eine zugespitzte Beschreibung von Vorurteilen lautet: „Schublade auf, Meinung rein, Schublade zu.“ • Geben Sie in eigenen Worten wieder, was diese Beschreibung ausdrückt. • Beschriften Sie einige Schubladen, in die Menschen häufig gesteckt werden. Dicke Menschen sind faul. Blonde Frauen sind dumm. • Nennen Sie ein Vorurteil, mit dem Sie selbst zu kämpfen haben. Ethik BMS 2 53 Lerneinheit 3: Gottes erste Liebe Ü 3.14 Eheschließung Im Judentum gibt es bestimmte Rituale bei der Eheschließung. Sammeln Sie aus Ihrem Erfahrungsbereich weitere religiöse oder andere Rituale, die im Zuge einer Hochzeit vollzogen werden. Erläutern Sie ihre möglichen symbolischen Bedeutungen. Bestattung Religionen regeln auch den Umgang mit dem Tod, ebenso im Judentum. Der Leichnam, in ein Leinentuch eingehüllt, wird in einen schlichten Sarg gelegt und begraben. Jüdinnen und Juden lehnen die Feuerbestattung ab, weil der Mensch aus Erde geformt sei und zur Erde werden soll. (vgl. Gen 3,19) Das Grab gehöre dem Verstorbenen auf immer und ewig. Deswegen sind Friedhöfe für Jüdinnen und Juden unantastbar. Kaum etwas verletzt sie tiefer, als wenn Gräber zerstört werden. Gläubige Jüdinnen und Juden legen als Zeichen des Gedenkens an den Verstorbenen einen kleinen Stein auf den Grabstein, wenn sie ein Grab besuchen. Ü 3.15 Jüdische Friedhöfe | Recherche, Plakat a) RecherchierenSie,obesinderUmgebungIhresWohnorteseinen jüdischen Friedhof gibt. Wenn ja, sammeln Sie Informationen dazu und präsentieren Sie diese der Klasse. Notizen: b) Gestalten Sie gemeinsam mit den anderen Klassenmitgliedern mit den Ergebnissen ein Plakat, das Sie im Schulhaus aufhängen. Antisemitismus – Verfolgung über Jahrtausende Über kaum eine andere Religion gibt es so vieleabwertende Stereotype Stereotype und Vorurteilewie über das Judentum. Beispiele: Juden und Jüdinnen seien geizig, sie haben eine große Nase … Judenfeindschaft in der Antike Ausgegangenist diese Geringschätzungvor allem vom Christentum. In einem Schulbuch für katholische Religion, das noch vor 50 Jahrenim Gebrauch war, wird erzählt, wie Jesus zum Tode verurteilt wurde, und zwar durch den römischen Prokurator Pontius Pilatus. „Oh Jesus, du bist unschuldig! Schuldig ist Pilatus! Schuldig sind die Juden!“ Über Jahrhunderte hinweg wurde dem jüdischen Volk vorgeworfen, denTod Jesu verschuldet zu haben. Gerechtfertigt wurde dies auch mit einem Vers aus dem Matthäusevangelium (27,25): „Sein (Jesu) Blut komme über uns und unsere Kinder.“ Dabei wurde übersehen, dass Jesus von Nazareth als Jude gelebt und gewirkt hat und als Jude gestorben ist. Jüdischer Friedhof Friedhof am Ölberg Der größte jüdische Friedhof der Welt befindet sich in Jerusalem. Er umfasst ca. 300.000 Grabdenkmäler. 6 Stereotyp bedeutet ursprünglich „star- „starres Muster“ und ist eine feste Vorstellung von Eigenschaften oder Verhaltensweisen Vorurteil baut auf einem Stereotyp auf. Es ist eine feindselige oder ablehnende Haltung gegenüber einer Person, die zu einer Gruppe gehört, der man die gleichen negativen Eigenschaften zuschreibt. 52 EthikBMS2 Ü 5.27 Erwartungen von Kundinnen und Kunden Überlegt zu dritt, was kritische Kundinnen und Kunden in den verschiedenen Nachhaltigkeitsbereichen erwarten, und tragt passende Beispiele in die Tabelle ein. Pro Dreiergruppe spezialisiert sich je ein Mitglied auf den sozialen, eines auf den ökologischen und eines auf den ökonomischen Bereich. Erwartungen kritischer Kundinnen und Kunden im sozialen Bereich im ökologischen Bereich im ökonomischen Bereich Ü 5.28 Persönliche Reflexion zu ethischem Konsum Halte deine Gedanken zu folgenden Fragen bzw. Slogans in deinem Portfolio schriftlich fest. Wer garantiert, dass der Aufpreis bei denen ankommt, denen er helfen soll? Was bringt es, wenn eine Ware ökologisch in Ordnung, in sozialer Hinsicht aber mangelhaft produziert wurde? Wellness fürs Gewissen Wandel durch Handel AHA! Ethik BMS 1 113 Lerneinheit 5: Kein Planet B Der folgende Abschnitt beschäftigt sich näher mit der 3. Ebene, also der Individualethik. Ordnungs- und Unternehmensethik werden unter dem Gesichtspunkt „Markt und Moral“ im dritten Lernjahr behandelt. Verantwortungsvoller Konsum Zu den wichtigsten Beteiligten in der Wirtschaft gehören die Kundinnen und Kunden. Durch jede einzelne Kaufentscheidung bestimmen sie in ihrer Gesamtheit die zukünftige Entwicklung des Angebots – im Idealfall weg vom Raubbau an Gesellschaft und Umwelt hin zu einer Wirtschaft, die dem Leben dient. Ü 5.25 Schlagzeile | Gedankenaustausch in Partnerarbeit In der Tageszeitung „Die Presse“ wurde am 7. 8. 2010 ein Artikel unter dem Titel: „Geiz sticht Moral“ veröffentlicht. Stellt in Partnerarbeit Vermutungen an, was in diesem Text thematisiert werden könnte. Im Anschluss daran liest euch eure Lehrerin bzw. euer Lehrer den Zeitungsartikel vor. Die Macht der Konsumierenden Ein großer Teil der ethischen Verantwortung für die Produktionsbedingungen von Konsumgütern liegt in der Hand der Konsumentinnen und Konsumenten. Ihre Macht beginnt vor den Einkaufsregalen und besteht in der Summe der vielen kleinen Entscheidungen, die Millionen von Verbraucherinnen und Verbrauchern treffen. Kleine Impulse von vielen Einzelnen können eine Revolution bewirken. Die Verantwortung von Konsumentinnen und Konsumenten liegt in der Orientierung am Leitbild der Nachhaltigkeit. Ü 5.26 Verantwortungsbereiche Ordne die jeweiligen Verantwortungsbereiche von Konsumentinnen und Konsumenten der entsprechenden Erklärung zu und suche das passende Beispiel. Nutzungsverantwortung 1 Bereits beim Kauf achten die Konsumierenden darauf, ob das Produkt recycelt werden kann. Ich kaufe bewusst ethisch korrekt produzierte Güter bzw. boykottiere boykottiere jene, die nicht dem Prinzip der Nachhaltigkeit entsprechen. Entsorgungsverantwortung 3 Bei der Verwendung des Produkts beachten die Käuferinnen und Käufer Auswirkungen auf Dritte. Ich beachte den Energieverbrauch von Elektrogeräten. Nachfrageverantwortung 4 Käuferinnen und Käufer forschen vor dem Kauf über die Herstellungsbedingungen nach. Ich recherchiere dazu, wo und unter welchen Bedingungen der Hersteller die Produkte erzeugt. Informationsbeschaffung 2 Durch ihre Produktwahl stimmen die Käuferinnen und Käufer darüber ab, welche Erzeugnisse am Markt bleiben bzw. verschwinden. Ich vermeide Produkte mit übergroßen Verpackungen bzw. sortiere den unvermeidlichen Verpackungsmüll sorgfältig zum Recyclen. 14 „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Die Summe vieler kleiner Beiträge kann schlussendlich Großes bewirken – langsam, aber zielsicher. boykottieren Kaufverzicht, um die Herstellerfirma in wirtschaftliche Bedrängnis zu bringen und sie zur Verbesserung ihrer Geschäftspraktiken zu zwingen 112 Ethik BMS 1 Titel SBNR ISBN Preis Ethik BMS 2 – Unterwegs UeW 978-3-7068-6516-6 € 16,70 Ethik BMS 3 – Lebensfroh UeW 978-3-7068-7073-3 € 16,70 * Gratis für Lehrpersonen bei Bestellung in Klassenstärke. Material für Lehrpersonen Lösungen zu den Übungen Didaktisch-methodische Hinweise Titel E-Book E-Book Solo Material für Lehrpersonen* Ethik BMS 1 – Gemeinsam 205722€ 12,09 206288 € 9,15 978-3-7068-6849-5 € 8,90 E L Blick ins Buch
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