193 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG 4. Ein Reifen wird in die Mitte des Raumes gelegt. Laufen zur Musik: Bei Stopp soll ein vorher bestimmter Körperteil im Reifen positioniert werden. Geschicklichkeit, Thema verbalisieren Rücksicht auf andere Kinder nehmen * Dynamische Auflockerung Jedes Kind darf einen Körperteil vorschlagen. Evtl. mehrere Reifen zur Verfügung stellen. 5. Kreis: Schütteltanz 1 × im Sitzen anhören, dabei Schüttelbewegungen ausprobieren. Später soll der Schütteltanz in Bewegung gestaltet werden. Musikalische Strukturen erkennen, Tanz gestalten * Neues Medium Zunächst immer denselben Körperteil ausschütteln. Melodieteil: mitsingen oder im Kreis gehen 6. Jedes Kind wünscht sich einen Körperteil, den die Gruppenleitung dem Kind ausschüttelt. Bedürfnisse verbalisieren, taktile Reize genießen Erworbenes Wissen anwenden * Dynamischer Wechsel Falls das Kind die Form nicht erkennt, mit dem Geräusch, das dazu gefunden wurde, helfen. 7. Zwei Kinder liegen in der Mitte eines Kreises und wünschen sich Körperteile, die „ausgeklopft“ werden sollen. Soziales Lernen (behutsamer Umgang miteinander, Geduld) * Sozialer Wechsel Stimmliche Begleitung zum „Ausklopfen“. Falls nötig: Auslockerung – alles schütteln. 8. Verabschiedung mit „Knuddliwu“ * Sensibler Ausklang Welchen Körperteil soll Knuddliwu berühren? Während der Berührung: „Knuddliwu, Sabine, Knuddliwu“ Im Rahmen dieser Rhythmik-Einheit kommt es immer wieder zu Fragen, die die Sexualität der Kinder betreffen. Diese Fragen gilt es, zu beantworten! Auch Geschlechtsteile sind Körperteile! Diese Rhythmik-Einheit kann einen wesentlichen Beitrag zur Sexualerziehung leisten, in der es um einen selbstbestimmten und lustvollen Umgang mit dem eigenen Körper geht. Kinder sollen erfahren, dass jeder Körper liebens- und schützenswert ist und Gefühle geäußert werden dürfen und sollen. Der Wunsch nach Zärtlichkeit, Wohlbefinden, Geborgenheit, Erregung und Befriedigung, nach Wissen um körperlich-seelische Vorgänge setzt nicht erst in einem bestimmten Lebensjahr ein. Er ist in unterschiedlichsten Ausprägungen immer da, wo Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind. Bewusste Gefühlswahrnehmung und Zärtlichkeit fördern das Selbstbewusstsein von Kindern. Dabei sollte klargestellt werden, dass nicht jede Berührung in jedem Moment angebracht ist und dass ein Kind nur von Personen berührt werden darf, die es sich selbst aussucht. Kinder, die gelernt haben, über ihre Gefühle und ihren Körper zu sprechen, sind weniger häufig von Missbrauch betroffen als solche, die nicht ausdrücken, was sie mögen und was nicht. Zur Vertiefung: ■ Wie wird das kinästhetische System noch genannt? ■ Welche Wahrnehmungsfunktionen hat es? 1.5.5 Das vestibuläre System Ebenso wie das auditive System ist auch der Gleichgewichtssinn im Ohr angesiedelt. An der Gleichgewichtserhaltung sind jedoch mehrere Bereiche beteiligt. Wie unsicher fühlen wir uns doch, wenn wir auf den Zehenspitzen stehen und die Augen schließen! Das vestibuläre System ist sehr komplex. Es teilt uns mit, ob und in welche Richtung wir uns bewegen und in welcher Blattmann, Sonja: „Ich bin doch keine Zuckermaus“, inkl. CD (mebes & noack): enthält ansprechende Lieder zum Ja- und Neinsagen, zum Hüten und Lüften von Geheimnissen. Der Körper ist mein Haus. In ihm verbringe ich mein ganzes Leben. unbekannt Teil 2: Ziele der Rhythmik Kapitel 1: Wahrnehmungssensibilisierung durch Rhythmik Rhythmisch-musikalische Erziehung 49 Tigertanz Text und Musik: Birgitta Stummer In der folgenden Rhythmik-Einheit geht es um Körpersensibilisierung, um die verstärkte Aufmerksamkeit auf einzelne Körperteile und ihre Benennung: Planung einer Rhythmik-Einheit für Kinder Thema: Verschiedene Körperteile spüren und benennen Verlauf im Überblick: VOM dynamischen Aufwärmen verschiedener Körperteile ÜBER einen Schütteltanz bis hin ZUM bewussten Spüren und Benennen von Körperteilen Handlungsfelder: Hören und Erfassen: Körper erleben – erkennen – benennen, musikalische Strukturen erkennen; Bewegen und Darstellen: Schütteltanz lernen; Transfer in das pädagogische Berufsfeld: Methodenkompetenz bei der Vermittlung eines Tanzes Material: 1 Matte od. Decke, 1 CD-Player, 3 bis 5 verschiedene Instrumente (Bewegungsbegleitung), „Schütteltanz“, Massagegerät: „Knuddliwu“ Verlauf Intentionen, * Prozesswechsel Methodische Hinweise 1. Begrüßung mit verschiedenen Körperteilen * Einstieg in das Thema Stimmlich Ruhe und vertraute Atmosphäre schaffen 2. Verschiedene Fortbewegungsarten ausdenken: • Bauch am Boden • 1 (2) Arm(e), 1 (2) Bein(e) am Boden • möglichst wenige Körperteile am Boden Dynamische Koordinationsschulung Benennung der Körperteile * Dynamischer Wechsel Vorgabe von einigen Bewegungsarten, dann sollen die Kinder Anregungen geben. (Bewegungsbegleitung!) 3. Welche Körperteile können ausgeschüttelt werden? Körperteile verbalisieren und spüren Vorbereitung auf den Tanz Das Schütteln kann mit der Stimme begleitet werden. Laufen zur Musik – bei „Stopp“ wird ein Körperteil im Reifen positioniert Track 11 Schütteln 48 Rhythmisch-musikalische Erziehung Darum geht’s in diesem Teil: Parameter von Musik und Bewegung sind wesentlich für uns Menschen und wirken sich auf unsere psychische und physische Verfassung aus. Welche Relevanz Pädagoginnen und Pädagogen in der Rhythmik haben und ob Rhythmik ein pädagogisches oder therapeutisches Verfahren ist, sind weitere Themen dieses Abschnitts. Das lernen Sie in den folgenden Kapiteln: 1 Welche Bedeutung haben Raum, Zeit, Kraft und Form? 2 Welche Rollen können Pädagog/innen einnehmen? 3 Welche Grenzen bestehen zwischen Therapie und Pädagogik? Spannungsfelder in der Rhythmik Wechselbeziehung von Musik und Bewegung Energiegeladene Bewegung kann Musik abbilden oder ihr entgegenwirken. Musik kann Bewegung kraftvoll begleiten oder einen Kontrapunkt setzen. 4 Rhythmisch-musikalische Erziehung 221 3. Laufen zur Musik(Mundharmonika): Stoppt die Musik, setzt sich jedes Kind auf seinen Sessel. Die Leitung nennt ein Kind, das eine Haltung am Sessel vormacht. Alle machen diese Haltung nach, dann nennt das Kind ein anderes, das beim nächsten Musikstopp etwas vorzeigt. Kreativitätsförderung, Bewegungsfantasie entwickeln Spannung halten Exakt die gleichen musikalischen Phrasenlängen (Orientierungsmöglichkeit für die Kinder)! Die Statuen am Sessel bewegen sich nicht! Bei Bedarf Thematisierung von gefährlichen Haltungen. 4. Gebrauchsfremder Gegenstand: „Wie kann ich mich mit dem Sessel bewegen?“ Variante: „Welche Geräusche kann ich dem Sessel entlocken?“ Kooperation: keine Zusammenstöße! Geschicklichkeit schulen * Wechsel der Zielsetzung: Material in Bewegung kreativ einsetzen Signal für Stopp ausmachen. Falls nötig: Gefahren thematisieren. Benützung als Staubsauger, Kinderwagen, Traktor … 5. Sesselkreis: Experimente werden angeschaut und gezeigt: Ein Kind bewegt sich mit dem Sessel um den Kreis, dann kommt das nächste Kind an die Reihe. Die Bewegung wird durch die Sesselklänge unterstützt. Bewegungsbegleitung * Präsentation, sich exponieren Nach der Präsentation sucht jedes Kind einen Platz für seinen Sessel im Kreis. 6. Begrüßungslied wird von der Spielleitung gesungen: Die Kinder laufen und sind am Ende wieder am Platz: • rechtzeitig • zu spät • zu früh Phrasenlänge abschätzen lustvoll Zeiteinteilung üben * Dynamische Auflockerung Variante: Während die Spielleitung musiziert, bewegen sich die Kinder mittels der vorher gefundenen Bewegungen. Sie sollen ebenfalls rechtzeitig, zu früh bzw. zu spät stehen bleiben. 7. Sesselbrücke: Jedes Kind geht vorsichtig über eine Sesselreihe. Die Kinder sollen am Ende des Liedes am Ende der Brücke sein: Verabschiedung. Ruhiger Ausklang, Anwendung des Erlernten: bekannte Phrasen abschätzen * Persönlicher, sensitiver Abschied Die Spielleitung wartet am Ende der Brücke, um sich zu verabschieden. Statt „Sei willkommen, liebe Lena!“ „Auf Wiedersehen, liebe Lena!“ Über die Sesselbrücke gehen 220 Rhythmisch-musikalische Erziehung PÄDAGOGIK, DIDAKTIK, HEIL- UND SONDERPÄDAGOGIK > Rhythmisch-musikalische Erziehung Rhythmisch-musikalische Erziehung Stummer Schultyp: 3730; 5120; 5130 E E-Book L Material für Lehrpersonen Bewegung erklingt – Musik bewegt Das Buch „Rhythmisch-musikalische Erziehung“ greift die vielfältigen Möglichkeiten der Rhythmik auf. Es dient Pädagog*innen als Basis- und Nachschlagewerk für rhythmisch-musikalische Erziehung, gibt Anleitungen zur Planung von Rhythmik-Einheiten, vermittelt in vier Abschnitten Grundlagen, Ziele und Mittel der Rhythmik und diskutiert Spannungsfelder. Gemäß dem Leitgedanken „Bewegung erklingt – Musik bewegt“ werden zahlreiche Spielvorschläge mit Klanggeschichten, Reimen, Liedern und Tänzen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten. In 26 farbenreich instrumentierten Musikstücken, die als MP3 verfügbar sind, werden Anregungen aus dem Buch akustisch erweitert und ergänzt sowie Ideen und Spielvorschläge musikalisch umgesetzt und so noch anschaulicher gemacht. Als Projektpartner konnte der renommierte Komponist Friedrich Keil gewonnen werden. Blick ins Buch Titel E-Book E-Book Solo Material für Lehrpersonen* Rhythmisch-musikalische Erziehung 125371€ 29,17 – 978-3-7068-7606-3 € 9,90 * Begleitmaterialien für Lehrpersonen sind mit Schulkennzahl über die Schulbibliothek als Download im jeweiligen Buchtitel verfügbar. E L Material für Lehrpersonen Lösungen zu den Übungen Didaktisch-methodische Hinweise
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