170 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG → Deutsch-Lehrwerk für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege → Vermittlung von Sicherheit für sensible Kommunikationssituationen im Pflegealltag → Kompetenzorientierte Gestaltung der Aufgabenstellungen → Abwechslungsreiche Vermittlung von Fachwissen, z. B. durch Gesetzestexte, Anleitungen und Diagramme → Ansprechender Kapitelaufbau: authentische Einstiegssituationen aus dem Pflegealltag, Erschließungsfragen, Selbstreflexionen und Handlungsimpulse Titel SBNR ISBN Preis Kommunizieren und Interagieren in der Pflege 215787 978-3-427-44200-4 € 23,64 Kommunizieren und Interagieren in der Pflege. Material inkl. Lösungen (Download) WEB-427-44202 € 14,00 Aus dem Inhalt Lern- und Arbeitstechniken Grundlagen der Kommunikation Grundsätze der Gesprächsführung Pflegeprozesse kommunikativ begleiten und gestalten Lesen und Vorlesen Normen der deutschen Standardsprache SOZIALBERUFE | PFLEGE > Gesundheit und Soziales Kommunizieren und Interagieren in der Pflege Haß, Scherer, Streit Schultyp: 3730; 6100 64 Grundlagen der Kommunikation 2.3 Verbale und nonverbale Kommunikation 1. „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Watzlawick, Paul u. a.: Menschliche Kommunikation, Bern, Stuttgart, Wien, Hans Huber Verlag, 1969, S. 53 Reflektieren Sie über diese Aussage des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Es gibt zwar „Sprachlosigkeit“, aber keine „Kommunikationslosigkeit“. Paul Watzlawick drückt mit seiner Grundregel (Axiom) aus, dass Menschen über vielfältige Möglichkeiten verfügen, miteinander zu kommunizieren: Sie können miteinander reden, lachen, singen, sich an den Händen führen usw. Das wichtigste Zeichen der menschlichen Kommunikation ist die Sprache (= verbale Kommunikation). Grundlegend lassen sich folgende Formen sprachlicher Kommunikation unterscheiden: Verbale Kommunikation geschrieben paraverbal gesprochen z. B. Muttersprache, Fremdsprache, Fachsprache, Dialekt Tonfall, Lautstärke, Sprechtempo u. Ä. Auch die Art und Weise, wie eine Nachricht übermittelt wird, signalisiert Informationen. Dies nennt man „paraverbale Kommunikation“. Im folgenden Fall passen die verbale und die paraverbale Kommunikation nicht zueinander. Sie sind nicht in Übereinstimmung, nicht kongruent. Stimme, Tonfall und Lautstärke entscheiden zu gut einem Drittel darüber, ob ein Gespräch gelingt. Die Pflegefachfrau Ute ist verärgert, weil Herr Hartwig mehrmals hintereinander und scheinbar unbegründet nach ihr klingelt. Sie bemüht sich dennoch, jedesmal in höflichen Worten nach seinen Wünschen zu fragen und sich den Ärger nicht anmerken zu lassen. Umso erstaunter ist sie, als Herr Hartwig sie fragt, ob sie böse mit ihm sei, ihre Stimme klänge so anders. 1. Wie kommt Herr Hartwig zu dieser Meinung? 2. Beschreiben Sie, wie eine ärgerliche (bzw. eine freundliche) Stimme klingen kann. 3. Sprechen Sie den folgenden Satz: „Ich kann warten.“ a) höflich b) ungeduldig c) gereizt d) ironisch Neben sprachlicher Kommunikation gibt es nichtsprachliche = nonverbale Kommunikation. 2. Suchen Sie sich eine Partnerin oder einen Partner in Ihrer Lerngruppe. Versuchen Sie sich – ohne zu sprechen – auf eine gemeinsame Aktivität zu verständigen. a) Tauschen Sie Ihre Erfahrungen mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner aus. Wie haben Sie sich verständigt? b) Beschreiben Sie Probleme, die bei der nonverbalen „Absprache“ aufgetreten sind. 66 Grundlagen der Kommunikation 5. Die oben stehenden Zeichnungen zeigen verschiedene Körperhaltungen. a) Vermuten Sie, welche Gefühle in den Körperhaltungen zum Ausdruck kommen. b) Wie zuverlässig erscheinen Ihnen Informationen, die Sie z.B. der Körperhaltung entnehmen? Begründen Sie Ihre Antwort. Nichtsprachliche Kommunikation kann die sprachliche Aussage stützen oder ihr widersprechen. 6. Auf die Frage, ob es ihr schwergefallen sei, in eine stationäre Pflegeeinrichtung überzusiedeln, antwortet die Bewohnerin Frau Grün: „Nein, es hat mir gar nichts ausgemacht, hier fehlt es mir doch an nichts.“ Aber gleichzeitig ziehen sich ihre Mundwinkel nach unten, in ihren Augen stehen Tränen. a) Vergleichen Sie die sprachliche und die nichtsprachliche Information. b) Welcher Information würden Sie mehr trauen? Begründen Sie Ihre Antwort. Auch Objekte (z.B. Kleidung oder Gegenstände) beinhalten Informationen. Sie geben nonverbal Hinweise, z. B. auf den Status, den Beruf oder die soziale Gruppe. Beispiele: Arbeitskleidung informiert über einen Beruf, ein Orden demonstriert Verdienste, ein teures Auto kann deutlich machen, dass ein Mensch nicht unvermögend ist. 7. a) Welche Aussagen können mithilfe der dargestellten Objekte (Fotos) gemacht werden? b) Beschreiben Sie, wie Personen auf die wahrgenommenen Objekte reagieren können. Durch die räumliche Distanz, die wir zu anderen einnehmen, können wir nonverbal etwas über unsere Beziehung zu diesen Menschen aussagen. Beispiel: Vertraute Menschen lassen wir nahe an uns heran, zu Fremden wahren wir größeren Abstand.
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