Katalog BBS 2026/27

129 POLYTECHNISCHE SCHULE | BERUFLICHE BILDUNG | ALLGEMEINBILDUNG Teil B: Wasserversorgung 35 gebiet. Eine Behälterfüllung erfolgt jedoch nur dann, wenn die Förderung aus dem Brunnen größer ist als der Verbrauch im Versorgungsgebiet. B.1.3.3 REGIONALE UND ÜBERREGIONALE WASSERVERSORGUNGSANLAGEN Zur gegenseitigen Absicherung bei Wassermangel oder bei fehlenden geeigneten Wassergewinnungsmöglichkeiten können auch mehrere Versorgungsgebiete zusammenhängen oder auch von einer oder mehreren Gewinnungsstellen versorgt werden. Dies erfordert oft lange Fern- und Zubringerleitungen, manchmal mehrere Pumpwerke und verschieden hoch liegende Behälter. Diese Art der Wasserversorgung – sie dient der Versorgung einer Region – wird daher als Gruppenwasserversorgung bezeichnet (Abb. B.1.4). A B C D E F WF Zone III Zone I Zone II (320) (360) (315) (305) (310) (250) HBABCD HBF HBE P A, B, C ...Ortschaften (250) ......mittl.. geodät. Höhe WF .........Wasserfassung (Wassergewinnung) HB..........Hochbehälter P ............Pumpstation Abb. B.1.4 Gruppenwasserversorgung mit 3 Druckzonen – Schema Durch Zusammenschluss benachbarter Gruppenwasserversorgungen kann ein vorübergehender Engpass in der Förderung einer Wassergewinnungsstelle durch Zuleitung von einer benachbarten gedeckt werden. Eine konsequente Weiterentwicklung führt zu einer regionalen oder überregionalen Wasserversorgungsanlage, ähnlich dem Verbundnetz bei der Versorgung mit elektrischer Energie. Beispiele für regionale und überregionale Wasserversorgungsanlagen sind die Anlagen der EVN (Niederösterreich), die Versorgung des Leibnitzer Feldes, der Ost- und Südoststeiermark, die Fernwasserversorgung Mühlviertel (Oberösterreich), der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland, der Wasserverband Salzburger Becken usw. AUFGABEN: A1: Nennen Sie die Teile einer öffentlichen Wasserversorgungsanlage. A2: Was versteht man unter einer Zubringerleitung, was unter einer Versorgungsleitung? A3 Zeichnen Sie das Schema einer Wasserversorgungsanlage mit Gegenbehälter. Teil B: Wasserversorgung Versorgungsleitungen Zubringerleitung Versorgungsgebiet Wassergewinnung (Quellfassung) Quellstube evtl. Wasseraufbereitung Wasserspeicherung (Durchlaufbehälter) Abb. B.1.2 Wasserversorgungsanlage mit Quellwassergewinnung und Durchlaufbehälter Entspricht die Wasserqualität nicht den Anforderungen (siehe Abschnitt B.3.2), ist eine Wasseraufbereitungsanlage erforderlich, in der z. B. eine Enteisenung, Entsäuerung, oft auch die Desinfektion des Wassers erfolgt (siehe Abschnitt B.4). Bei ausreichendem Höhenunterschied zwischen Quellstube und Hochbehälter erfolgt die Speisung des Hochbehälters durch die Schwerkraft (Gravitationsleitung). Zubringerleitungen (ÖNORM EN 805): Wasserleitung, welche Wassergewinnung(en), Wasseraufbereitungsanlage(n), Wasserbehälter und/oder Versorgungsgebiet(e) verbindet, üblicherweise ohne direkte Verbindung zum Verbraucher. Gemäß ÖNORM B 2538 auch als Transportleitung bezeichnet. Versorgungsleitungen: Wasserleitungen einschließlich aller Einbauten wie Schieber, Hydranten u.a. innerhalb eines Versorgungsgebietes, von welchen die Anschlussleitungen abzweigen. Die Wasserspeicherung – in Abb. B.1.2 ein Durchlaufbehälter – dient dem Ausgleich der Verbrauchs- und Druckschwankungen im Versorgungsgebiet und sichert den erforderlichen Versorgungsdruck. Der Durchlaufbehälter wird vom gesamten in das Versorgungsgebiet gelieferten Wasser durchströmt. Das Versorgungsgebiet wird durch die Zubringerleitung vom Behälter her gespeist. Zubringerleitung Zubringerleitung Versorgungsleitungen Wasser- speicherung (Gegenbehälter) evtl. Wasseraufbereitung Abb. B.1.3 Wasserversorgungsanlage mit Grundwassergewinnung und Gegenbehälter Abb. B.1.3 zeigt eine Anlage mit Grundwassergewinnung und einem Gegenbehälter. Auch der Gegenbehälter dient dem Ausgleich der Verbrauchsschwankungen im Versorgungsserbehälter und/oder Versorgungsgebiet(e) Verbindung zum Verbraucher. Gemäß ÖN Wasserleitungen einschließlich aller Einbaut halb eines Versorgungsgebietes, von welch Die Wasserspeicherung – in Ab chen Versorgungsdruck. Der Das Versorgungsgebiet wird durch die Zubr gewinnung mit Pumpe Abb. B.1.3 Wasserversorgungsanlage mi Abb. B.1.3 zeigt ei der Gegenbehälter dient dem Ausgleich der Teil D: Abfallwirtschaft 337 Auf die mit Abdichtung und Dränagerohren versehene Deponiebasisfläche wird zuletzt eine mindestens 50 cm starke Flächendränage aus gewaschenem Kies 16/32 aufgebracht. Auf der Flächendränage wird ebenfalls ein Schutzvlies verlegt, um diese von den zu deponierenden Abfällen zu trennen. Die für die Deponierung vorgesehene Grundfläche wird räumlich und zeitlich in mehreren Sektoren als Deponiebasis ausgebaut. Wie im Beispiel auf Abb. D.5.5 ersichtlich ist, wird im Sektor A auf der fertiggestellten Deponiebasis bereits abgelagert, im Sektor B (Vorhaltefläche) ist die Deponiebasis fertiggestellt und der Sektor C ist noch unberührt. Die fertiggestellte Vorhaltefläche wird über der Flächendränage mit ca. 20 cm Mutterboden versehen und begrünt (Abb. D.5.4). D.5.2.2.4 Betriebstechnische Einrichtungen Eine Deponie ist mehr als eine zur Ablagerung von Abfällen geeignete Fläche. Notwendig sind unter anderem:  Zufahrt, zumindest gemäß den Richtlinien für Landesstraßen  Umzäunung, Sichtschutz (Erdwall, Bepflanzung)  im Einfahrtsbereich: Informationstafel, Kontroll- und Abfertigungsgebäude, Waage, Parkplätze, Sammelplatz für Wertstoffe  Betriebsgebäude oder Bürocontainer (Büro, Sozialräume, Werkstätte, Labor)  Fahrstraßen im Deponiebereich  Geräte für den Deponiebetrieb (Müllverdichter, Radlader, Schubraupe)  Anlagen zur Behandlung und Verwertung des Deponiegases  Anlagen zur Zwischenspeicherung, Reinigung und Entsorgung des Sickerwassers  Anlagen zur Sammlung, Zwischenspeicherung und Ableitung des Oberflächenwassers Emissionen durch Lärm, Papierflug, Staub und Geruch müssen so gering wie möglich gehalten werden. Lärmschutzwände, schallgedämpfte Geräte, Lärmschutzbepflanzung, Papierfangnetze, Befeuchtung und Reinigung der Fahrwege, Abdeckung nicht genutzter Deponiebereiche, Erfassung und Behandlung des Sickerwassers in geschlossenen Systemen, Erfassung des Deponiegases usw. tragen dazu bei. Wesentlich für den Immissionsschutz ist der Abstand von Siedlungsgebieten (> 300 m). Für jede Deponie muss ein Betriebsplan und eine Betriebsanweisung erstellt werden. Der Betriebsplan regelt das Zusammenspiel zwischen dem Abfallantransport und dem Deponiebetrieb, die Betriebsanweisung betrifft die Aufgaben und Pflichten des Personals. Alle relevanten Angaben und Ereignisse sind in ein Betriebstagebuch einzutragen. D.5.2.2.5 Bestehende Mülldeponien Da die Deponieverordnung nur bei neu errichteten Deponien sofort wirksam wurde, erfolgte die Deponierung von Abfall noch einige Zeit auf bestehenden Mülldeponien. Der dabei praktizierte Deponievorgang war, dass vor Beginn der Ablagerung eine allenfalls aufgebrachte Abdeckung von der Vorhaltefläche entfernt wurde. Der Einbau der Abfälle erfolgte in Abschnitten. Die Abfälle wurden meist über eine Schüttkante entladen, flächig verteilt, vermischt und in 30 bis 50 cm starken Schichten mit „Kompaktoren“ intensiv verdichtet. 336 Teil D: Abfallwirtschaft Abb. D.5.5 Haldendeponie, Lageplan – Entwässerungen, Betriebseinrichtungen, Deponierungsabschnitte (ASA) FACHUNTERRICHT > Bautechnik Siedlungswasserbau und Abfallwirtschaft Fuchs-Hanusch, Gruber, Kauch Schultyp: 4100 Aktuelle Themen gut geplant Dieser Band bietet eine kompakte und detaillierte Darstellung der für den Gegenstand relevanten Wissensgebiete und orientiert sich am kompetenzorientierten Lehrplan der HTL. Er enthält zahlreiche Tabellen, Skizzen, Konstruktions- und Berechnungsanleitungen für die Planung neuer und die Überprüfung bestehender Anlagen. Inhalt: → Hydraulik → Wasserversorgung → Abwasserentsorgung → Abfallwirtschaft → Anhang (ÖNORMEN, DIN-NORMEN, ÖVGW-Regelwerk und -blätter, DVGW-Regelwerke, ATV-DVWK-/DWA-Regelwerk) Blick ins Buch Titel SBNR ISBN Preis Siedlungswasserbau und Abfallwirtschaft 105338 978-3-7068-4688-2 € 42,29

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