67 PTS | SEKUNDARSTUFE 2 | ASO | ATLANTEN | SEKUNDARSTUFE 1 GESCHICHTE UND POLITISCHE BILDUNG > Was? Wann? Warum? 91 Kannst du folgende Aufgaben lösen? 1. Nenne diejenigen Bauelemente einer Burg, die der Verteidigung dienten (Buchtext, M 164). 2. Lies dir M165 und den Buchtext aufmerksam durch. Nenne die Funktionen einer Burg. Wenn du eine Reihung der Funktionen vornehmen müsstest, was würde an erster Stelle stehen? Begründe deine Antwort. 3. Schreibe als Willibald Pirckheimer einen Antwortbrief an Ulrich von Hutten. Verwende dazu ein Textverarbeitungsprogramm. 4. Erkläre den Unterschied zwischen„Angriff“ und„Belagerung“. M167: Darstellung einer Sturmleiter, Handschrift über die Fechtkunst von Hans Thalhoffer (1459) M166: Belagerung der Burg von Mortagne (1377) – Chronik der Geschichte Großbritanniens von Jean de Wavrin (15. Jahrhundert) Hölzel Verlag Burgen waren ausgeklügelte Festungen zum Schutz ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. War die Burg leicht zugänglich, verhinderte oft ein Wassergraben, dass sich Feinde der Burg nähern konnten. Das Burgtor war meist durch eine Zugbrücke und ein Fallgitter gesichert. Über dem Burgtor befand sich die Pechnase. Das war ein Vorbau, der nach unten hin offen war. Aus der Pechnase konnte man heiße Flüssigkeiten (meistens Pech) über die Angreifer schütten. Zinnen und Schießscharten ermöglichten es den Bogenschützen, die Burg zu verteidigen, ohne selbst getroffen zu werden. Die Angreifer hatten verschiedene Möglichkeiten, eine Burg zu erobern. Konnten die Burgbewohnerinnen und Burgbewohner nicht durch Belagerung oder Aushungern zum Aufgeben gezwungen werden, versuchte man, die Burg im Sturmzu nehmen. Mit riesigen Katapulten beschoss man die Burgmauern, um Lücken hineinzuschlagen. Eine andere Möglichkeit war, die Mauern zu untergraben, um in das Burginnere zu gelangen. Waren die Mauern schlecht bewacht, versuchten die Belagerer, diese mit Sturmleitern oder Belagerungstürmen zu ersteigen. Wenn die Angreifer einmal in die Burg vorgedrungen waren, zogen sich die Burgbewohnerinnen und Bewohner in den Bergfried zurück. Dieser war nur schwer einnehmbar. Notfalls konnte man dort so lange ausharren, bis Verstärkung eintraf. Die Burg bietet Schutz vor Angriffen Michael Chidester 90 # & ) ' % $ " ! * &( && &) &' &% &$ &# &" Adelige Mädchen gab man zur Erziehung meist auf eine andere Burg. Dort lernten sie Lesen und Schreiben, übten sich in Handarbeiten und in der Gesprächsführung. Ziel der höfischen Erziehung war es, die Mädchen auf die Rolle als Ehefrau vorzubereiten. In Abwesenheit des Ehemannes oder als Witwe trafen sie alle Entscheidungen, die die Burg und die Wirtschaft betrafen. Die Erziehung adeliger Mädchen DAS MITTELALTER War das Leben auf einer Burg komfortabel? M164: Rekonstruktionszeichnung einer mittelalterlichen Burg 1 Bergfried 2 Verlies 3 Zinnenkranz 4 Palas (Saalbau) 5 Kemenate 6 Vorratshaus 7 Wirtschaftsgebäude 8 Burgkapelle 9 Brunnen 10 Torhaus 11 Zugbrücke 12 Wachturm Hölzel Verlag Wohlhabende Adelige oder Ritter ließen ihre Burgen meist auf schwer zugänglichen Anhöhen errichten. Die Burg war nicht nur eine Wohnstätte, sondern auch eine Befestigungs- und Verteidigungsanlage gegenüber angreifenden Feinden. Die umliegenden Ländereien gehörten ebenfalls zum Besitz des Burgherrn. Somit waren die Burgen gleichzeitig auch Mittelpunkt der Verwaltung und der Wirtschaft auf dem Land. Hier konnten die Bauern aus den umliegenden Dörfern ihre Waren anbieten oder Schutz in Zeiten der Gefahr suchen. Das Leben auf der Burg war nicht sehr gemütlich. Die Böden aus Lehm und die Steinmauern waren kalt. Durch die Fenster, die mit Tierhäuten, später mit Holzläden, verschlossen wurden, drang Kälte ein. Außer dem Rittersaal und der Kemenate (dem Kaminraum, der oft der Wohnraum der Burgherrin war) konnte man fast nirgends heizen, und durch die Mauerritzen pfiff Die Burg – Wohnsitz der Adeligen und Ritter Die Burg selbst, ob sie auf dem Berg oder in der Ebene liegt, ist nicht als angenehmer Aufenthalt, sondern als Festung gebaut. Sie ist von Mauern und Gräben umgeben, innen ist sie eng und durch Stallungen für Vieh und Pferde zusammengedrängt. Daneben liegen dunkle Kammern, vollgepfropft mit Geschützen, Pech, Schwefel und sonstigem Zubehör für Waffen und Kriegsgerät. Überall stinkt es nach Schießpulver; und dann die Hunde und ihr Dreck, auch das – ich muss es schon sagen – ein lieblicher Duft! Reiter kommen und gehen, darunter Räuber, Diebe und Wegelagerer. Denn fast für alle stehen unsere Häuser offen, weil wir nicht wissen, was das für Leute sind, oder uns nicht groß danach erkundigen. Man hört das Blöken der Schafe, das Brüllen der Rinder, das Bellen der Hunde, das Rufen der auf dem Feld Arbeitenden, das Knarren und Rattern der Fuhrwerke und Karren; ja sogar das Heulen der Wölfe hört man in unserem Haus, weil es nahe am Wald liegt. M 165: 1518 berichtet der Ritter Ulrich von Hutten in einem Brief an Willibald Pirckheimer über sein Leben auf der Burg: Borst, Arno: Lebensformen im Mittelalter. Propyläen Verlag 1973, S. 173 f. der Wind. Allerdings verschloss man die Betten von allen Seiten mit dicken Vorhängen, um sich wenigstens während des Schlafens vor der kalten Zugluft zu schützen. Oft schliefen auch mehrere Personen in einem Bett, um sich gegenseitig zu wärmen. Als Beleuchtung dienten Kerzen, die in Eisenringen an der Wand befestigt waren. 13 Palisade (Pfahlzaun) 14 Wartturm 15 Burgtor 16 Ringgraben 17 Torgraben 3 .................................................................................................................................................. .................................................................................................................................................. .................................................................................................................................................. Welterbemuseum Hallstatt Welterbemuseum Hallstatt Keltenmuseum Hochdorf/Enz Jon Bodsworth M 8: Fibel (Gewandnadel) M 7: Rekonstruktion eines keltischen Fürstengrabes M 9: Bemalte Papyrusrolle aus Theben (um 1285 v. Chr.) M 10: Bronzene Brillenfibel Material Quelle Darstellung M 6 M 7 M 8 M 9 M 10 Kreuze an: M 6: Darstellung eines typischen römischen Soldatenlagers © Hölzel Verlag, Wien Arbeitsauftrag 2 « Beschreibe mit eigenen Worten den Unterschied zwischen Quellen und Darstellungen. 2 HMK: QUELLEN UND DARSTELLUNGEN ERKENNEN UND UNTERSCHEIDEN Kennst du den Unterschied zwischen Vergangenheit und Geschichte? Arbeitsauftrag 1 « Bestimme: Welche Beispiele gehören zu Quellen, welche zu Darstellungen? Beachte: Quellen stammen direkt aus der vergangenen Zeit bzw. sind damals hergestellt worden. Darstellungen stammen nicht aus der Vergangenheit, sondern fassen Wichtiges aus der Vergangenheit zu einem Thema zusammen bzw. bilden es ab. &,)/!+12,%, #2413.0' % + , , 6 $ $ # = 9 + / ( - 6 / % 6 6 2 4(-&.2<6/ %662 )./8+/(6/ "='682 ":=.* ":=.* ;: 7-6+= !*82., 1+02+/ ;62 / + / (-6 2 5: $ 3 %6 6 2 50-(3&-"832",1#' !+,*'2'%"02 7"**'6')-0/3 .36832 !6'"23,"'2 #')*"%'- $-32 7',0/0*34"'2 A<F8?:7?< -2/?<593 4* $"!&" 698<793:?EB 1" (8<" -3:5<?473E; B?: -2/?<593: 4* )"!+" 698<793:?EB 1" (8<" -3:5<?473E; B?: -2/?<593: E928 B?* +" 698<793:?EB 1" (8<" -3:5<?473E;:<42873E; B?: -2/?<593: *-- - *-- "-- 53 (-- $-- M 1: Plakat für ein historisches Festival M 5: Ausbreitung des Ackerbaus M 3: Himmelsscheibe von Nebra M 4: Alte Kaffeemühle Marro / CC0 1.0 Universal Archäologischer Kulturpark Niederösterreich Erich Knabl M 2: Rekonstruktion eines jungsteinzeitlichen Wohnhauses © Hölzel Verlag, Wien Material Quelle Darstellung M 1 M 2 M 3 M 4 M 5 Kreuze an: Was? Wann? Warum? Leonhardt Klasse: 5.–8. E E-Book Praxiserprobte Aufbereitung des modularen Lehrplans mit Basis- und Trainingsteil Titel E-Book E-Book Solo Was? Wann? Warum? 2, Basisteil 216001€ 10,54 216004 € 8,32 Was? Wann? Warum? 3, Basisteil 221056€ 11,16 221057 € 9,15 Was? Wann? Warum? 4, Basisteil 226071 € 9,00 226072 € 7,38 Was? Wann? Warum? 2, Trainingsteil 216002 € 4,22 216003 € 3,33 Was? Wann? Warum? 3, Trainingsteil 221058 € 4,46 221059 € 3,66 Was? Wann? Warum? 4, Trainingsteil 226073 € 3,60 226074 € 2,95 Begleitmaterialien für Lehrpersonen über die Schulbibliothek zugänglich. E Der Basisteil bietet: → Die chronologische Anordnung der neun Module → Altersadäquate Texte mit Leitfragen als Einstieg → Großzügige Bilder und Karten → Die Möglichkeit zum Erstellen „Eigener Produkte“ → Individuelle Kompetenzchecks am Ende jedes Moduls Der Trainingsteil bietet: → Kreative und handlungsorientierte Aufgaben zum Üben und Festigen, die verschiedene Lerntypen ansprechen → Fertig ausgearbeitete Überprüfungsbeispiele für die Leistungsbeurteilung Lehrplan 2023 TRAININGSTEIL Was? Wann? Warum?....4 BASISTEIL Lehrplan 2023 Was? Wann? Warum?.... Geschichte und Politische Bildung Ute Leonhardt 4 Neu! Änderungen nach dem neuen Lehrplan Gliederung in neun Module Kompetenzcheck und kreative Aufgabenstellung am Ende jedes Kapitels Aufgaben im Trainingsteil mit Zuordnung nach drei Schwierigkeitsstufen Ausgewiesene Kompetenzbereiche zu Beginn jedes Kapitels
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