KLV Verlagsprogramm 2026

52 www.klv.ch Weiterbildung Die dreibändige Skills-Reihe ist auf den Lehrplan des Verbands Schweizer Handelsschulen (VSH) abgestimmt und orientiert sich am neuen Handelsschulreglement. Sie vermittelt zentrale Inhalte aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht, Rechnungswesen und Selbstmanagement. Die ganzheitlichen Werke vereinen Fachkompetenz, Praxisnähe und Persönlichkeitsentwicklung. Die Lehrmittel eignen sich sowohl für den strukturierten Einsatz im Unterricht als auch für die gezielte Repetition und Prüfungsvorbereitung. Lernende entwickeln nicht nur solides wirtschaftliches Wissen, sondern stärken gleichzeitig ihr Selbstmanagement und Organisationsfähigkeit. Verständlich erklärte Theorie, zahlreiche praktische Beispiele, Exkurse, Kontrollfragen, Aufgaben inkl. Lösungen und konkrete Handlungstipps fördern den Lernerfolg und schaffen einen hohen Praxisbezug. Die Skills-Reihe, die Fachwissen vermittelt, Handlungskompetenz stärkt und Lernende ganzheitlich auf Schule, Praxis und Prüfung vorbereitet. Die Skills-Reihe für die Handelsschule 18 Umwelt der Unternehmung K 1.1 Welchen Umweltsphären sind die folgenden Entwicklungen primär zuzuordnen? a) Bedürfnis nach neuen Arbeitsformen (z. B. Jahresarbeitszeit, mehr Arbeitsstunden pro Tag, Homeoffice) b) Rückgang der Nachfrage wegen nachlassender Konjunktur c) Effiziente Nutzung der Wind- und Sonnenenergie d) Förderung der Rechtsgleichheit von Frau und Mann (gleiche Arbeitslöhne für gleiche Arbeit) e) Wirksame Krebsmedikamente K 1.2 Nennen Sie die Anspruchsgruppen (Stakeholder), die die Ansprüche und Erwartungen an die Unternehmung stellen: a) Gewinn und Sicherheit für das eingesetzte Kapital b) Gute Entlöhnung und angenehme Arbeitsbedingungen c) Preisgünstige Produkte und günstige Einkaufszeiten d) Vertragstreue und rechtzeitige Zahlung der Fakturen e) Vermeidung unlauteren Wettbewerbs f) Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Unternehmung als guter Steuerzahler 1.1.2 Zielkonflikte Die verschiedenen Anspruchsgruppen wollen verschiedene Ziele erreichen, die widersprüchlich sein können: Zielkonflikt Zwei Ziele können nicht gleichzeitig in vollem Ausmass erreicht werden. – Die Arbeitnehmenden möchten eine grosszügige Entlöhnung, während die Teilhaber (= Eigentümer des Unternehmens) am Ende des Geschäftsjahres einen möglichst hohen Anteil am Geschäftsergebnis (Gewinne bzw. Gewinnausschüttungen) erwarten. Diese Ansprüche widersprechen einander, weil Lohnzahlungen den Gewinn schmälern. – Wenn das finanzielle Ziel «Steigerung der Rendite» durch Massnahmen im Personalbereich (Personalabbau) erreicht werden soll, so wird das soziale Ziel «Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit» beeinträchtigt. Wenn die Ansprüche, die von den Anspruchsgruppen gestellt werden, nicht gut vereinbar sind, entsteht für die Unternehmensleitung ein Zielkonflikt. Eine Massnahme, die dem Anspruch der einen Anspruchsgruppe dient, wirkt dem Anspruch einer anderen Gruppe entgegen. Klassische Zielkonflikte im Unternehmen mit Anspruchsgruppen sind: Lieferanten wollen höhere Preise durchsetzen. Höhere Einkaufspreise schmälern entweder den Gewinn oder die Verkaufspreise müssen erhöht werden. Kunden wollen möglichst hohe Qualität preisgünstig einkaufen. Verkaufspreise können nicht beliebig erhöht werden. Die Kundschaft vergleicht die Preise der Anbieter und kann sensibel reagieren. Arbeitnehmende möchten möglichst kurze Arbeitszeiten, um viel Freizeit geniessen zu können. Kunden erwarten lange Ladenöffnungszeiten, um ausserhalb ihrer eigenen Arbeitszeiten einkaufen zu können. Konkurrenten wollen mit uns Absprachen treffen, um Kosten zu sparen oder den Absatz zu sichern (Kartelle). Der Staat möchte mit gesetzlichen Massnahmen den Wettbewerb zwischen den Unternehmen sichern. Auch innerhalb der Unternehmung selbst können Widersprüche entstehen. So kann das eingangs erwähnte Ziel der Gewinnmaximierung mit demjenigen der dauernden Erhaltung der Unternehmung in Konflikt geraten. Kontrollfragen 19 Unternehmensmodell, Anspruchsgruppen & Umweltsphären | 1 Einem kurzfristigen Erfolg zuliebe spart die Unternehmung Kosten bei der Produktion ein; dies führt zwar zu einem höheren Gewinn, kann aber auch eine Minderung der Produktqualität bewirken, sodass das kurzfristige Ziel (Gewinnmaximierung) das langfristige (dauernde Erhaltung) gefährdet. Besteht das Bestreben, mehrere Ziele gleichzeitig zu erreichen, kann dieses auch einen positiven Einfluss auf die Qualität der Zielerreichung haben. Mitunter ist es möglich, ein Ziel zu verwirklichen und die Erreichung eines anderen Ziels dabei zu begünstigen (Zielharmonie). In anderen Fällen wirken Massnahmen unabhängig voneinander. Die angestrebten Ziele beeinflussen sich nicht gegenseitig (Zielneutralität). Zielharmonie Zwei Ziele wirken in die gleiche Richtung und verstärken sich somit. Die Arbeitnehmenden erwarten eine grosszügige Bezahlung, um in Wohlstand leben zu können. Der Staat möchte ebenfalls, dass die Unternehmungen ihre Angestellten gut bezahlen, weil er sich hohe Steuereinnahmen erhofft und Fürsorgeleistungen spart. Die «Motivation der Mitarbeiter/-innen» als soziales Ziel wird sicherlich gefördert, wenn moderne, ergonomisch einwandfreie Arbeitsgeräte beschafft werden, die zugleich das Ziel «Produktivität der Leistungserstellung» steigern. Zielneutralität Die Erreichung des einen Ziels berührt die Verwirklichung des anderen Ziels nicht, die Ziele beeinflussen sich nicht gegenseitig (Zielindifferenz). Die Erschliessung eines neuen Absatzmarktes hat keinen Einfluss auf das Arbeitsklima im Büro. Die Lieferanten wollen regelmässige Bestellungen von den Unternehmen und die Medien möchten mit «News» versorgt werden. Diese Ansprüche sind völlig unabhängig voneinander. Exkurs: Unterschied zwischen einem Ziel, einer Strategie und einem Konzept Ziele Das Ziel ist ein «Wunsch», den man verwirklichen möchte. (Achtung, Wünsche bzw. Ziele sind nicht dasselbe wie Bedürfnisse). Das Ziel ist ein angestrebter Zustand. Ist-Zustand Soll-Zustand Gegenwart (heute) Zukunft (morgen) Ziele sollen den Soll-Zustand messbar festhalten und Termine zur Zielerreichung bestimmen. Strategien Die Strategie ist eine planende, langfristige Vorgehensweise, um Ziele zu erreichen, also den Ist-Zustand in einen Soll-Zustand zu überführen. – Jede Strategie wird durch die eigene Werthaltung sowie durch eine Vision (= innere Vorstellung der gewünschten Zukunft) geprägt. Aus einer Strategie leiten sich meistens Teilstrategien zu bestimmten Anforderungen ab. – Strategien setzen die Rahmenbedingungen für das konkrete Vorgehen, Ziele zu erreichen. Konzepte Ein Konzept enthält sowohl eine umfangreiche wie konkrete Zusammenstellung von Zielen, die daraus entwickelten Strategien und zwingend die dazugehörenden, konkreten Massnahmen zur Umsetzung. Zu einem Konzept gehören weiter: – Alle nötigen Fakten (Informationen) und Kriterien (= für Entscheide relevante Merkmale) – Ressourcenplanung (= Wie und mit welchen Mitteln soll das Ziel erreicht werden?) – Konkrete Terminplanung (inkl. Festlegung, wann und wie die Zielerreichung überprüft werden soll) – Abwägende Argumente zu Nutzen, Chancen und Risiken

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