5 Daten & FAKTEN „Ich like, also sehe ich mehr“ Aktuelle Erkenntnisse zu Kompetenzen junger TikTok-User:innen TikTok wird zunehmend wichtiger, wenn es um Nachrichten und Politik geht. Immer mehr junge Menschen nutzen den Kanal als Informationsquelle und sind dabei stark vom Algorithmus der Plattform beeinflusst. Zu den Sichtweisen, dem Nutzungsverhalten und der aktiven Rolle der User:innen zwischen 16 und 24 Jahren hat das Leibniz-Institut für Medienforschung Ende 2024 erstmals eine aktuelle Studie herausgebracht. Auftraggeber ist die Medieninitiative #UseTheNews. In Gesprächen mit jungen Userinnen und Usern fanden die Forschenden heraus, dass das Bewusstsein und die Kenntnisse über Macht und Funktionsweise der Algorithmen unterschiedlich ausgeprägt sind. Wir stellen einige zentrale Ergebnisse vor, die zeigen, wie ambivalent junge Menschen die Plattform erleben. DATEN & FAKTEN I Negative Erlebnisse Keine Transparenz: Sehr begrenztes Wissen zu technischen Funktionen, der Sammlung und der Verarbeitung von Daten. Die eigene Handlungsfähigkeit wird als situativ und begrenzt erlebt: User:innen können nur innerhalb der von der Plattform vorgegebenen Strukturen agieren und Handlungsziele durchsetzen. Genervtheit und Unbehagen bei unpassenden Inhalten. Kontrollverlust und der Wunsch nach Regulierung, wenn die Nutzungsdauer immer wieder ausufert. Positive Erlebnisse Das Gefühl, sich auszukennen: Intuitives Bewusstsein und Alltagswissen über die Funktionsweise des Algorithmus. Punktuelle Selbstwirksamkeit: Die eigenen Interaktionen haben sichtbare Effekte auf die Empfehlungen des Algorithmus. Algorithmus wird als personalisierter Begleiter geschätzt, der inspiriert und eigene Vorlieben erkennt. Algorithmus schafft ein angenehmes Nutzungserlebnis. „Auffallend sind die geringen Bedenken und Reflektionen über die Preis- gabe und Verarbeitung perso- nenbezogener Daten. Erst mit zunehmendem Alter steigt das Ver- ständnis fü r komplexe und indirekte Einflussfaktoren, wie zum Beispiel die Verknüpfung von Daten mit anderen Plattformen oder das Tracking. Hier muss die Aufklärung und Information junger Menschen ansetzen.“ Dr. Leonie Alatassi, Leibniz-Institut für Medienforschung Weitere Informationen zur Studie: „Ich habe mir allgemein über die App noch nie so Gedanken gemacht. Einfach runtergeladen, benutzt und mehr auch nicht. Und so über die Daten auch noch nicht.“ 16-jähriger Teilnehmer der Studie aus Hamburg Dr. Leonie Alatassi (© HBI)
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