mobile.schule MAGAZIN Ausgabe 01/26

39 Das Grundprinzip von LeOn ist die Aufteilung in verschiedene Räume, in denen die Kinder unterschiedliche Angebote nutzen können. Der Karaoke-Raum hat sich als Zentrum der Leseförderung etabliert. Hier trainieren die Schülerinnen und Schüler ihre Leseflüssigkeit in einem geschützten Raum: Sie erstellen Aufnahmen, die wir als Lehrkräfte zu einem späteren Zeitpunkt als Lautleseprotokoll auswerten. Aktuell geschieht die Auswertung noch analog, in Zukunft wird die Diagnose aber KI-unterstützt möglich sein. Wir ermitteln so den Ist-Stand eines jeden Kindes, um dann eine sinnvolle Anschlussförderung zu organisieren und zu steuern. Während einige Kinder im Karaoke-Raum aktiv sind, arbeiten andere als Lesetandem. Das gemeinsame Lesen mit einem Partner fördert nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch die sozialen Fähigkeiten. Im Aufgabenraum üben die Kinder gezielt Lesestrategien ein. Sie arbeiten an vorgegebenen Fragen, die ihnen helfen, ihre Lesefähigkeiten weiterzuentwickeln. Wir Lehrkräfte haben zudem die Möglichkeit, eigene Fragen zu entwerfen, was die Verbindung zwischen analogem und digitalem Unterricht möglich macht. Im Aufgabenraum können auch Anschlussaufgaben initiiert werden, wie zum Beispiel das Erstellen von Plakaten oder Quizfragen. Das Gelesene wird so in eine andere Darstellungsform transferiert, der Text wird auf andere Art und Weise durchdrungen. Im Hörsaal lauschen die Kinder den freigegebenen Aufnahmen aus dem Studio und geben ihren Mitschülerinnen und Mitschülern konstruktives Feedback. Die Aufnahmen zu hören, aktiviert das kritische Denken und die Fähigkeit, Rückmeldungen zu formulieren, was wiederum die sozialen Kompetenzen der Kinder stärkt. Hier stehen wir mit den Erfahrungen noch am Anfang. LeOn als Bibliothek Natürlich kann LeOn auch als digitale Bibliothek genutzt werden. Der Lehrkraft-Bereich ermöglicht es uns, gezielt nach Texten zu schauen, die sowohl nach dem Lesbarkeitsindex (LIX-Wert) als auch nach den Themen ausgewählt werden können, die aktuell für die Klasse relevant sind. Auch Angaben zur Geschwindigkeit, mit der die Texte eingesprochen sind, helfen uns, die passenden Angebote für eine gezielte Förderung auszuwählen und die systematische Übung zu steuern. Fazit: Dynamische und ansprechende Erfahrung Dank der vielfältigen Räume und der Option, sowohl individuell als auch im Team zu arbeiten, wird das Lesen mit LeOn zu einer dynamischen und ansprechenden Erfahrung. Wir möchten alle Lehrkräfte ermutigen, sich mit LeOn auseinanderzusetzen und das Angebot im Unterricht einzusetzen. Die Arbeit mit LeOn ist auch mit nur wenigen Tablets in der Klasse erfolgreich. Die Fortschritte im Leselernprozess sowie die gesteigerte Lernfreude und die sichtbaren Erfolge der Kinder überzeugen unserer Erfahrung nach auch die Beteiligten mit anfänglichen Bedenken. KOMPETENZEN I ERFAHRUNGSBERICHT AUS DER PRAXIS

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