mobile.schule MAGAZIN Ausgabe 01/26

38 Lesen öffnet Welten – doch immer mehr Kinder finden den Zugang nicht. Die Ergebnisse der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) haben 2023 noch einmal für Aufsehen gesorgt: Jede:r vierte Viertklässler:in in Deutschland erreichte nicht einmal das Mindestniveau im Textverständnis. Schulen stehen nun vor der Aufgabe, neue Wege der Leseförderung zu gehen. Sie müssen dabei den unterschiedlichen Förderbedarf und die ungleichen Lebensrealitäten der Schülerinnen und Schüler in zunehmend diversen Klassen berücksichtigen. Digitale Angebote eröffnen neue Perspektiven. Digitaler Leseraum als OnlineLesetraining Eines dieser Angebote ist das Projekt „Leseraum Online (LeOn) – Lesetraining in digitalen Umgebungen“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Es kann jederzeit und überall über den Browser genutzt werden und unterstützt die Leseförderung für Kinder von der zweiten bis zur sechsten Klasse. Herzstück ist eine Leselernbibliothek mit derzeit ca. 400 Texten. LeOn ermöglicht verschiedene Ansätze der Leseförderung: unter anderem Viellese- und Lautleseverfahren. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich fantasievolle Texte aus, messen sich mit digitalen Geräten bei Leseolympiaden, zeichnen ihre gelesenen Texte auf, um sich zu verbessern, oder sprechen eigene Hörspiele ein. Anzuwenden sind die Übungen in jeweils unterschiedlichen digitalen Räumen. Die Erklärvideos der Bildungsmediathek NRW (https://bildungsmediathek-nrw.de) geben einen guten Einblick. LeOn ist im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen von der Fachdidaktik Deutsch im Zentrum für Lehrerbildung an der TU Chemnitz entwickelt worden. Erweiterungen in Planung LeOn nutzt derzeit vorwiegend gemeinfreie Texte, für weitere Inhalte konnten Lizenzfreigaben ermöglicht werden. Aktuell ist LeOn nur in Nordrhein-Westfalen kostenfrei nutzbar. Gespräche mit anderen Bundesländern laufen, allerdings noch ohne konkrete Ergebnisse. Das Interesse ist groß, nicht erst, seit das Projekt mit dem Deutschen Lesepreis 2025 ausgezeichnet worden ist. Aktuell wird insbesondere die Entwicklung der neuen Diagnose-Funktion mit Spannung erwartet. I KOMPETENZEN Die traditionelle Leseförderung scheint an ihre Grenzen zu geraten. Können digitale Tools einen Ausweg aus der Lesekrise bieten? Wir berichten über Erfahrungen mit einem innovativen Angebot aus Nordrhein-Westfalen und stellen weitere vor. MIT DIGITALEN TOOLS GEGEN DIE LESEKRISE Renate Charpey, Hilke Winter sind Grundschullehrerinnen im Ruhrgebiet und als Fachberaterinnen für LeOn im Einsatz. Sie unterstützen Kolleginnen und Kollegen als didaktische Trainerinnen und Schulentwicklungsberaterinnen. Dabei liegt ihr Fokus auf der Unterrichtsentwicklung und Leseförderung. Hier berichten sie über eigene Erfahrungen mit LeOn. Renate Charpey (re.), Hilke Winter (li.) (© privat)

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg5NDY1NA==